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E i n s t i m m u n g
 
 
Der Weg zum Klimaschutz
 
Die Grenzen des Wachstums
 
Im Jahre 1972 erschütterte der Bericht "Die Grenzen des Wachstums" (engl. Originaltitel: The Limits to Growth) die Welt. Dennis L. Meadows, Chef des "Club of Rome", verfasste dieses computersimulierte Drehbuch aufgrund von aktuellen Daten über den Zustand und die Zukunft der Welt.
 
Bis heute sind von diesem Buch über 30 Millionen Exemplare in 30 Sprachen verkauft worden. 1973 wurde der "Club of Rome" dafür mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Seine Schlussfolgerung: Die Menschen fressen sich im direkten Wortsinn selbst auf. Zwar sind einige Vorhersagen Meadow´ inzwischen widerlegt, seine Forderung nach strikter Familienplanung vor allem in so genannten Dritte-Welt-Ländern sehr umstritten. Aber, so sagt der Wissenschaftler in einem Interview mit dem Magazin "Der Spiegel" im  November 2011:
 
"Bei der Fördermenge von Erdöl ist der Wendepunkt seit 2006 erreicht... Es ist völlig undenkbar, dass Solar- und Windenergie das Öl ersetzen werden. Öl macht die große Mehrheit unseres Transportsystems aus. Bei der Nahrungsmittelproduktion pro Kopf ... ist der Höhepunkt in den 1990er Jahren überschritten ... Die Situation ist eher dramatischer geworden, wir wollen diesen schleichenden Prozess nur  nicht wahrhaben".
 
2007 legte die von der UN eingesetzte Klimakommission (IPCC) ihren Klimabericht vor. Auch dem wurden massive Fehler nachgewiesen. Die Kernfrage bleibt: Ist das Klima von Menschenhand manipuliert oder befinden wir uns in einer natürlichen , erdgeschichtlichen Phase - sozusagen zwischen zwei Eiszeiten. Dass wir Menschen unsere Umwelt auf viele Art zerstören, Stichworte sind Vermüllung und Verseuchung der Meere, Abholzung von Regenwäldern, Ausbeutung von Rohstoffen etc., daran zweifelt niemand.
 
Nach den Explosionen von Tschernobyl und Fukushima wurde die Energiedebatte weltweit immer dringlicher geführt. 2007 hat das Bundeskabinett die Reduktion von Treibhausgasen um 40% bis 2020 beschlossen.
 
Nach dem politisch gewollten Ausstieg aus der Atomenergie wurde die Suche nach alternativer Energie vorrangig behandelt und mit staatlicher Subventionierung vorangetrieben (Erneuerbares Energiegesetz, EEG). Damit wurde die eigentlich sinnvolle Suche nach neuen Energieformen auch zu einem Spekulationsobjekt für Investoren.
 
Jeder Steuerzahler finanziert die Förderung von Wind-, Solar-, Wasser-, Bio-Energie und anderen, unabhängig davon, wie aussichtsreich oder effektiv diese neuen Energien genutzt werden können. Im Bereich Solarenergie hat die Bundesregierung die Förderung bereits zurückgefahren.
 
Quellenangabe: Ostfriesland Magazin 6/2012 - Seite 99
 
 
Hiobsbotschaften
 
Die Überentwicklung
 
Ich zitiere:
 
"... Wie die Weltgesellschaft sich auf spektakuläre Weise selbst ans Ende ihrer Möglichkeiten bringt, können wir an der Klimakrise demonstrieren. Sie stellt ein besonderes (und besonders gravierendes) Krisenphänomen dar, das eng mit älteren wie dem Bevölkerungswachstum , der globalen Ernährungskrise, der Verschmutzung und Belastung der Umwelt und der Vergeudung von Ressourcen zusammenhängt. Die Klimakrise verstärkt diese Stressfaktoren und weist mit ihnen wiederum eine strukturelle Gemeinsamkeit auf, die man in einem Wort zusammenfassen kann: Überentwicklung. Die Kombination der einzelnen Krisen führt zu einer Metakrise, zur Infragestellung des komplexen Zusammenwirkens aller Teilsysteme und damit zur Gefahr eines Systemzusammenbruchs, der nur durch entschlossenes Gegensteuern abzuwenden ist. Das wird nicht erst seit der Finanzkrise vertagt, der Klimawandel hatte in der Wahrnehmung der Entscheidungseliten schon vorher keine 'systemische Relevanz'.
 
Klimatische Veränderungen begleiten die gesamte Erdgeschichte, häufig in dramatischer Weise und mit katastrophalen Folgen. Klimastabilität gibt es ebenso wenig wie eine freundliche Natur. Und das Klima ist etwas anderes als das Wetter, dessen Launenhaftigkeit ein beliebtes Konversationsthema ist und manche, etwa nach einem (gefühlt) kühlen Sommer oder einem langen Winter, nicht an den langfristigen Wandel des Klimas glauben lässt. Wenn heute vom Klimawandel die Rede ist, meint man die Folgen der anthropogenen (vom Menschen gemachten) globalen Erwärmung und deren abrupten und ungewöhnlich steilen Anstieg seit den 1970er Jahren. Hauptursachen dafür sind die Verbrennung fossiler Rohstoffe, großflächige Entwaldungen und veränderte Nutzungen in der Landwirtschaft seit dem Beginn der Industrialisierung.
 
Treibhauseffekt nennt man die Erwärmung der Oberflächentemperatur der Erde durch strahlungsaktive Gase. (...) Die Konzentration von Kohlendioxyd und Methan in der Atmosphäre liegt höher als jeder Wert in den vergangenen 650 000 Jahren. Die historische Erwärmung steht außer jedem Zweifel. Sie lässt sich am Anstieg der globalen mittleren Temperaturen der Bodenluft und Ozeane, am ausgedehnten Abschmelzen von Eis und Schnee und am Anstieg des mittleren globalen Meeresspiegels messen. Jahresdurch- schnittstemperaturen werden seit 1850 aufgezeichnet; und es kann kaum Zufall sein, dass die elf der zwölf wärmsten Jahre seither in die Zeitspanne von 1995 bis 2007 fallen. (...)
 
 
Hiobsbotschaften werden nie gerne entgegen genommen,
 
und man hat die Erkenntnisse der Klimaforschung lange als Spekulation oder interessengeleitete Übertreibung, wenn nicht gar als grün- ökologisches Komplott abgetan.
 
In der öffentlichen Diskussion wird meist übersehen, dass die Klimaforscher auf der Basis bereits gemessener Evidenz über Temperatur- und Meeresspiegelanstiege oder das Ausmaß des Gletscherschwundes argumentieren und ihre Messmethoden und die Datenbasis ständig erweitern und verfeinern. Modelle, Prognosen und Annahmen bilden die Grundlage für wissenschaftliche Erkenntnisse über und Warnungen vor den Folgen des weiteren Anstiegs der Durchschnittstemperatur der erdnahen Atmosphäre und der Meere.
 
Sie gibt es bereits seit gut 20 Jahren, und auch hier erhärtet sich die Evidenz mit zunehmender Präzision zu einem fast vollständigen Konsens in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und Politikberatung. Die regelmäßigen Sachstands- Berichte des UN- Weltklimarates (IPCC), die beides auf neuartige Weise kombinieren, haben dazu beigetragen, dass der anthropogene Klimawandel und seine Folgen die öffentliche Debatte erreicht haben, wenigstens zeitweise. (...)
 
Die ungleiche Verteilung der Auswirkungen:
 
Unterschiedliche Regionen, Länder und Bevölkerungsgruppen werden unterschiedlich schwer von Klimafolgen betroffen. Die ärmsten Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, sind häufig überdurchschnittlich stark betroffen und am wenigsten imstande, sich vor seinen Folgen zu schützen. (...) Insgesamt birgt die Ungleichverteilung der sozialen und ökonomischen Folgen der Klimaerwärmung gravierende Konfliktpotentiale in sich.  ..." (Zitat Ende)
 
Zitiert aus dem Buch:
 
"Das Ende der Welt, wie wir sie kannten" von Claus Leggewie und Harald Welzer mit dem Untertitel: "Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie", Fischer Taschenbuch Verlag. Die Zitate stammen aus den Seiten 22 - 37. Ich empfehle Interessenten, dieses Buch zu lesen.
 
 
Umweltgipfel in Rio +20  enttäuschend
 
Erinnern Sie sich noch an Rio de Janeiro 1992? Die erste Konferenz dort galt als Wegbereiter des Umweltschutzes und war die Geburtsstunde der "Agenda 21". Ein ganzes Paket von Aktionen sollte die dringlichsten Probleme angehen und nicht weniger tun, "als die Welt auf die Herausforderungen des nächsten Jahrhunderts vorzubereiten".
 
20 Jahre später treffen sich die Verantwortlichen für Umweltschutz wieder in Rio de Janeiro. Was hat sich in dieser Zeit wirklich verändert? Die Optimisten erzählen gerne ein paar Erfolgsgeschichten. So wurde das Ozonloch erfolgreich bekämpft und der Verbrauch der ozonschädlichen Substanzen ging seit 1992 um 93 % zurück. Es stieg die Zahl der Naturreservate und ein paar medienwirksame Tiere wie zum Beispiel seltene Tiger wurden vor dem Aussterben bewahrt. In vielen Großstädten hat sich zudem die Luftqualität verbessert, denn die am stärksten Schadstoffe emittierenden Regionen waren ja auch die am meisten geschädigten. Daraus ergaben sich schließlich lokale und regionale Motivationen, Emissionen zu reduzieren. Auch viele Flüsse sind sauberer geworden.
 
Eine globale Trendwende ist hingegen nicht zu erkennen. So wurde die Produktion von Kunststoffen in den vergangenen 20 Jahren um 130% gesteigert. Davon wird etwa die Hälfe nicht wieder verwendet. Immer mehr Plastikmüll treibt sich in einigen Meeren je nach Strömungsverhältnissen massenweise herum. Die Nahrungsmittelproduktion wuchs um 45%, fast doppelt so stark wie die Weltbevölkerung, aber trotzdem hungern noch immer mehr als eine Milliarde Menschen.
 
Zwei Entwicklungen sind aber besonders ernst zu nehmen: Der weltweite Ausstoß von Kohlendioxyd ist seit 1992 fast kontinuierlich um insgesamt 36% gestiegen. Es sind vornehmlich die Schwellenländer, die 64% mehr Kohlendioxyd in die Atmosphäre entlassen, während die entwickelten Länder den Anstieg auf 8 % drosseln konnten. Das Kyoto Protokoll über eine rechtlich verbindliche Verringerung der Treibhausgase ist ausgelaufen, Nachfolgeverhandlungen sind nicht in Sicht. Auch verbesserte Technologien haben nicht dazu geführt, dass die Wirtschaft klimafreundlicher wird. Lebensräume vieler Tiere und Pflanzen werden weiterhin zerstört und führen Artensterben herbei.
 
Nach dem Rheinischen Grundgesetz §1 brauchen wir uns nichts vorzumachen. "Et es wie et es". Und "Et kütt wie et kütt" (§ 2). Da macht der § 3 schon nachdenklicher: "Et hätt noch immer jot jejange". Wenn das man stimmt! Es liegt schon 40 Jahre zurück, dass mit einem der ersten Großrechner die Grenzen des Wachstums bewiesen wurden. Auf unserer begrenzten Erde ist kein grenzenloses Wachstum möglich. Irgendwann sind das Öl und andere wichtige Rohstoffe verbraucht. Böden sind ausgelaugt und die Meere leer gefischt. Luft und Wasser vergiftet. Die erwartete Katastrophe ist auf Grund technischer Fortschritte und neuer Rohstofffunde bislang noch nicht eingetreten. Jedoch wird der rheinische Optimismus auf mittlere Dauer mit Sicherheit nicht Recht behalten.
 
Da ist es auch kein Trost mehr zu sagen: "Wat fott es es fott". (§ 4). Man muss schon sehr blind sein, wenn man im Angesicht der Probleme unserer Erde bei diesem Optimismus bleibt. Hinausgeschoben ist nicht aufgehoben. Es bleiben die Umweltgefährdungen und die düsteren Klimaprognosen. Die Grenzen des Wachstums sind uns näher gerückt. "Wat wellste maache?" (§ 7)
 
Vor 20 Jahren gab es den Willen noch, etwas zu machen. 100 Regierungschefs mit Abordnungen aus über 170 Staaten in Rio. Damals wurde tatsächlich noch relativ viel erreicht. Klima- und Artenschutzabkommen beschlossen. Kommissionen wurden eingesetzt, die sich jedoch immer mehr als zahnlose Tiger entpuppten. Es fehlte ihnen der Biss. Der Schwung ist inzwischen ausgelaufen.
 
Wie gut, dass jetzt 20 Jahre danach eine neue Mammutkonferenz am selben Ort stattfindet. (Rio plus 20). Sie ging am vergangenen Freitag zu Ende und dauerte nur lächerliche zwei Tage. Das Thema wiederum: Rettung der Erde und der Menschen darauf. Die Probleme sind dringender geworden. Aber US- Präsident Obama und Frau Merkel sind gar nicht erst dort hingefahren. Umweltminister Altmaier und Entwicklungsminister Niebel vertraten Deutschland. Von Rio plus 20 wurde allgemein nicht allzu viel erwartet. Auch die Umweltverbände haben längst zurückgesteckt. Sie befürchten, die Beschlüsse von heute würden niemandem mehr wehtun. Es gibt nur noch einen kleinsten gemeinsamen Nenner als deklarierte Lösung. Viele Forderungen und Ansätze sind weichgespült und man hört nur noch schöne Worte. Doch es gibt bekanntlich nichts Gutes, außer man tut es. Sind die Chancen nicht inzwischen vertan?
 
Nun gibt es aber doch noch einen Artikel aus dem Rheinischen Grundgesetz, der auf unsere Situation passt (§ 5):"Et bliev nix wie et wor". Es wird sich in den nächsten Jahrzehnten viel ändern, zum Guten oder zum Schlechten. Es liegt in unserer Hand.
 
 
Meine Beiträge zum Thema Klima
 
Erdboden und Klimawandel
 
Eis, Meer und Atmosphäre wirken zusammen und beeinflussen das Weltklima. Aber was passiert im Boden, wenn die Temperaturen steigen? Nimmt er weiterhin viel Kohlenstoff in seinen organischen Anteilen auf, oder setzt das Erdreich ihn verstärkt in Form von Treibhausgasen frei? Noch weiß die Wissenschaft wenig darüber. Viele Modellrechnungen, darunter auch solche, auf denen der Weltklimabericht aufbaut, lassen den Boden gleich ganz außen vor. Wahrscheinlich aber er ist seine Rolle im Klimaspiel tragender als gedacht. Milliarden Bakterien und andere Einzeller im Erdreich bestimmen, was geschieht. Sie verdauen abgestorbenes Grün und veratmen den Kohlenstoff daraus. Jedes Jahr strömen so geschätzte 60-80 Gigatonnen Kohlendioxid in die Luft, dazu noch Methan und Lachgas. In der Summe ist das mehr als zehnmal soviel wie die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen.
 
Die weltweite Erwärmung heizt natürlich auch das Erdreich ordentlich ein. Die Bodenlebewesen könnten in kürzerer Zeit mehr Pflanzenmaterial abbauen und entsprechend mehr CO2 freisetzen. Dass es so kommt, ist aber nicht sicher. Prozesse im Boden laufen vergleichsweise engräumig ab. Im Ackerland passiert anderes als im angrenzenden Waldboden. An einem Ort regnet es viel, ein paar Kilometer weiter verdorrt das Gras. Gerade der Niederschlag ist viel schwieriger fass - und berechenbar als die Temperatur. Die Modelle, mit denen die Klimaforschung heute arbeitet, sind für all das viel zu großräumig angelegt.
 
Derzeit erkunden Hamburger Wissenschaftler Moore und Permafrostböden Sibiriens. Sie gelten als mögliche tickende Zeitbomben für einen verschärften Klimawandel. In diesen Regionen hat der Boden jahrtausendelang als Senke gewirkt und Kohlenstoff aufgenommen. Die Moore speichern es, weil das Grundwasser dort sehr hoch steht: viel Wasser bedeutet wenig Sauerstoff, die Mikrolebewesen sind nur wenig aktiv. Beim Permafrost ist es die Kälte, die die Organismen und damit den Abbau von organischem Material bremst - und wiederum der hohe Wasserstand. Im Sommer taut der Boden etwa einen halben Meter tief auf. Das Schmelzwasser steht auf dem Eis darunter und hemmt das Bodenleben zusätzlich. Laut Berechnungen ist in den Mooren genug Kohlenstoff für umgerechnet etwa 550 Gigatonnen CO2 gebunden. Die Dauerfrostböden bergen gar 1700 Gigatonnen Kohlendioxid. Zum Vergleich: in der gesamten oberirdischen Pflanzendecke der Welt stecken "nur" 650 Gigatonnen CO2.
 
Dauerfrostböden mit Temperaturen um den Gefrierpunkt könnten ab 2100 großräumig auftauen und die gespeicherten Treibhausgase in die Luft entlassen. Das betrifft etwa die Hälfte des heutigen Permafrost- Gebietes. Auch Torfböden setzen Klimagas frei: beim ständigen Auftauen und wieder Gefrieren des Bodens werden dessen oberste Schichten stofflich durchmischt. Dabei wird Lachgas freigesetzt, das sogar noch 300mal klimawirksamer ist als CO2. Die arktische Erwärmung kurbelt diesen Prozess noch weiter an, fanden letztes Jahr finnische und russische Forscher heraus. Ein gewaltiges Klimarisiko, glauben viele Fachleute.
 
Wärmere Temperaturen bedeuten aber auch längere Wachstumsperioden. Die Pflanzendecke und der Moorgürtel könnten weiter Richtung Norden rücken, wo heute noch Permafrost ist. Das neue Grün verbraucht wiederum CO2. Somit kann es auch Gegeneffekte geben, welche die Ausgasung teilweise wieder aufheben. Vielleicht überwiegen sie sogar. Die Forschung müsste die Klimafolgen somit ganzheitlicher betrachten. Zunächst einmal müssen die Daten in die großen Modelle gefüttert und diese neu durchgerechnet werden. Erst dann lässt sich sagen, welche Bedeutung dem Boden wirklich für das Weltklima zukommt. Es bleibt also dabei: noch immer wissen wir über einen bevorstehenden Klimawandel viel zu wenig und sollten deshalb keine Horrorszenarien zeichnen. Den Erdboden unseres Planeten sollten wir ab sofort stärker als bisher in unsere Modellrechnungen zur Klimaentwicklung mit einbeziehen. Denn er besitzt ein Einwirkungspotenzial, das größer zu sein scheint als wir bisher erwartet haben.
 
 
 
Erdklima konstant ?
 
Obwohl vor Milliarden von Jahren die Sonne um 30 Prozent schwächer strahlte als heute, gab es schon damals ausgedehnte eisfreie Ozeane. Auch war die CO²-Konzentration gleichmäßiger als bislang angenommen. Für die Entwicklung von Klimamodellen ist das eine wichtige Erkenntnis.
 
Ein Rätsel der Klimageschichte ist gelöst. Nicht eine hohe Konzentration von Treibhausgasen, sondern größere Ozeane und fehlende Wolken ermöglichten schon vor über 2,5 Milliarden Jahren flüssiges Wasser auf der Erde - trotz einer deutlich geringeren Sonnenstrahlung als heute.
 
Das haben dänische Geologen durch die Analyse von Gesteinsproben aus einem 3,8 Milliarden alten Felsen in Grönland herausgefunden. Zudem sei die CO²-Konzentration über Milliarden von Jahren konstanter gewesen als bisher angenommen - eine speziell für die Entwicklung von Klimamodellen wichtige Erkenntnis. (...)
 
Seit die Sonne vor 4,5 Milliarden Jahren entstand, nimmt ihre Strahlungsleistung kontinuierlich zu. So war sie im Archaikum - also von 4 bis 2,5 Milliarden Jahren - etwa 30 Prozent schwächer als heute. Unter heutigen Bedingungen würde bei einer solchen Reduktion die Durchschnittstemperatur der Erde um etwa 23 Grad sinken und Wasser wäre nur noch als Eis vorhanden.
 
Geologische Strukturen belegen aber, dass Wasser bereits in der frühen Erdgeschichte in flüssiger Form vorkam und das Klima relativ mild war - dieser Widerspruch wird auch das "Paradoxon der schwachen jungen Sonne" genannt. Ein Erklärungsansatz besagt, dass die Konzentration des Treibhausgases CO² vor vier Milliarden Jahren ein Vielfaches der heutigen betrug: Bis zu 30 Prozent der Erdatmosphäre sollen damals aus CO² bestanden haben. Dies kann nach Ansicht der Forscher um Rosing aber nicht stimmen, denn sie stießen in einem 3,8 Milliarden Jahre alten Felsen in Grönland auf zahlreiche Eisenoxide und Eisenkarbonate, so genannte Magnetite und Siderite.
 
Diese Mineralien werden nur in einem bestimmten Bereich der CO²-Konzentration häufig gebildet, bei hohen Konzentrationen entstehen bevorzugt andere Mineralien. Die Proben verrieten, dass das Treibhausgas im Archaikum nur in etwa dreifach höherer Konzentration in der Atmosphäre vorkam als heute - zu wenig, um die schwache Sonnenstrahlung zu kompensieren. Mit Computermodellen testeten die Wissenschaftler darum, wie die Wolkenbedeckung und das Verhältnis der Landmassen zu den Ozeanen die Temperatur beeinflusst haben könnten.
 
Ergebnis: Bei sehr geringer Bewölkung und kleineren Landmassen bleibt die Durchschnittstemperatur trotz niedriger Strahlung auf einem ähnlichen Niveau wie heute. Vor allem tiefe Wolken schicken einen großen Teil der Sonnenstrahlung ins All zurück, wodurch weniger Energie auf der Erde ankommt. Eine ähnliche Wirkung haben die Kontinente, die im Vergleich zu den Ozeanen einen höheren Anteil der Strahlung reflektieren.
 
Die Erkenntnisse seien auch für die Vorhersage des zukünftigen Klimas wichtig, betonen die Wissenschaflter. So müsste in Klimaberechnungen berücksichtigt werden, dass die CO²-Konzentration über Jahrtausende konstanter gewesen sei als bisher angenommen.
 
Genauigkeit der Werte
 
Nach Ansicht der Forscher liegen die berechneten Werte ziemlich nahe an den tatsächlichen Werten im Archaikum: Es ist nämlich bekannt, dass die Ozeane in diesem Erdzeitalter eine größere Ausdehnung hatten als heute. Zugleich ist eine geringere Wolkenbedeckung für diese Zeit plausibel, denn die Wolken bilden sich nur, wenn Wasser an kleinen Partikeln - so genannten Kondensationskeimen - kondensieren kann. Diese entstehen größtenteils aus von Pflanzen und Algen ausgestoßenen Gasen. Solche Lebewesen waren im Archaikum jedoch noch nicht sehr verbreitet.
 
Klimaänderungen ? - Hitzesommer 2003
 
 
Seit Beginn der Industrialisierung in der Mitte des 18. Jahrhunderts ist eine stetige Zunahme der "treibhauseffekt- relevanten Spurengase" zu beobachten. Allein die Kohlendioxid- Konzentration stieg von 2,8 Hundertstel Volumenprozent im Jahre 1750 auf 3,7 Hundertstel Volumenprozent heute und liegt damit 40% über dem damaligen Wert. Eine ähnliche Zunahme der Konzentration ist auch bei anderen Spurengasen zu verzeichnen. Es liegt also nahe, dass es auf der Erde wärmer werden muss. Tatsächlich konnte man nachweisen, dass etwa 0,6 bis 1 Grad der beobachteten Erderwärmung mit Sicherheit auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist. Damit bewegt und die Frage sehr, wie es wohl mit den klimarelevanten Spurengasen künftig weitergehen wird. Da man diesbezüglich keine verlässlichen Prognosen erstellen kann, verwendet man verschiedene Denkmodelle, so genannte "Szenarien". Diese enthalten Annahmen über den zukünftigen sozioökonomischen Wandel. Dazu gehören die Entwicklung der Weltbevölkerung, ihr Lebensstandard und ihre Technologien und damit ihr Energiebedarf und insbesondere auch der Einsatz von alternativen Energien.
 
Inzwischen hat sich der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) auf vier "Markerszenarien" geeinigt. Das zu ihnen gehörende Szenario A1B zum Beispiel beschreibt eine künftige Welt mit raschem Wirtschaftswachstum, einer Trendumkehr in der Weltbevölkerungszahl, schneller Einführung neuer und effizienter Technologien, einem Ausgleich regionaler Unterschiede in Lebensstandard und Einkommen und ausgeglichener Nutzung aller Energieträger. Ein solches Szenario kann man dann zur Steuerung eines Klimamodells benutzen und damit das Klima  unter den Bedingungen des betreffenden Szenariums berechnen.
 
Ein Klimamodell ist - sehr vereinfacht ausgedrückt - ein System von physikalischen, teilweise auch chemischen und biologischen Gleichungen, mit dessen Hilfe man die klimatischen Vorgänge an den Maschepunkten eines über die Erde gespannten imaginären Gitters berechnen kann. So kommt man zu Aussagen über die künftige Entwicklung von Temperaturen, Niederschlägen, Schneegrenzen, Gletschern und die Höhe des Meeresspiegels. Die Berechnungen deuten zum Beispiel auch darauf hin, dass künftig extreme Wettererscheinungen häufiger auftreten könnten.
 
Zum Schluss möchte ich deshalb an ein solches Extremwetter hier in Deutschland und Europa erinnern, und zwar an den Hitzesommer 2003. Damals begann bereits der Frühsommer mit Wärmerekorden. So lag die Mitteltemperatur des Junis mit 19,1 Grad vier Grad über dem Normalwert. Es war der wärmste Juni seit dem Jahre 1901. Das heiße, sonnige und zu trockene Wetter setzte sich im Juli und August fort. Das Thermometer kletterte im Raume Nürnberg am 8. August auf 40 Grad C. Im Oberrheingebiet wurde 54 Tage mit über 30 Grad registriert und 84 Sommertage mit über 25 Grad. Die Niederschläge erreichten landesweit nur 30% der langjährigen Mittelwerte.
 
Jene Hitzewelle 2003 wütete in fast ganz Europa, am extremsten in Südfrankreich. Frankreich hatte 14 000 Hitzeopfer zu beklagen. In Portugal wurden durch Brände 40% des Waldbestandes vernichtet. Die Donau führte so wenig Wasser, dass Schiffe zum Vorschein kamen, die im 2. Weltkrieg versenkt worden waren. Damals wurden uns weitere derartige Hitzesommer prophezeit, die jedoch bislang ausblieben. Vielleicht war diese extreme Witterung ja doch nur ein Einzelfall, ein sog. Ausreißer, also noch kein Hinweis auf eine bevorstehende Klimaänderung in Deutschland.
 
Das Himalaya- Debakel
 
 
Die Gletscher im Himalaya bedecken eine Fläche von 500 000 Quadratkilometern! In seinem 2007 veröffentlichten Bericht hatte der "Weltklima-Rat" unter Berufung auf die Umweltschutzorganisation WWF vorausgesagt, dass die Gletscher im Himalaya bis zum Jahr 2035 von 500 000 auf 100 000 Quadratkilometer zusammenschmelzen, sollte die Erderwärmung ihr Tempo beibehalten. Mehreren Klimaforschern, die zum Teil selbst an dem Report mitgearbeitet haben, erschienen diese Angaben angesichts der gewaltigen Eismassen schwer nachvollziehbar. Bei ihrer Spurensuche entdeckten sie, dass die Mengenangaben auf eine einzige Quelle zurückzuführen sind - nämlich auf ein Interview, das ein indischer Gletscherforscher 1999 einem populärwissenschaftlichen Magazin gegeben hatte. Brisant wurde diese Vorhersage aber erst durch den kurzen Zeitraum. Der Termin 2035 ist zu allem Überfluss ein Schreibfehler. Ein angesehener russischer Gletscherforscher hat vor 14 Jahren errechnet, dass bis 2350 die Eismassen im Himalaya auf ein Fünftel schrumpfen könnten.
 
WWF International ist die Angelegenheit höchst peinlich. Die Umweltschützer bedauern, dass eine solch irrige Information geliefert wurde und für die entsprechende Konfusion gesorgt habe. Der Weltklima- Rat muss somit jetzt einräumen, dass seine Voraussage über bald abschmelzende Gletscher auf dem Dach der Welt fragwürdig ist. So fordern die Klimaschützer, wissenschaftliche Thesen strenger zu überprüfen, sonst könnte eventuell in einigen Jahren nach diesem "Himalaya - Debakel" ebenso ein Meeresspiegel- oder CO2 - Debakel folgen. Für die Menschen am Ganges handelte es  sich somit um eine unberechtigte Panikmache, als man ihnen prophezeite, ihr Fluss würde in regenarmen Zeiten bald nicht mehr genug Wasser liefern, um ihre Felder zu bewässern und ihnen damit ihre Lebensgrundlage entziehen.
 
Nun muss man wissen, dass der Weltklima-Rat keine eigenen Forschungen anstellt, sondern die neuesten wissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Erkenntnisse verarbeitet, die zum Verständnis des Klimawandels notwendig sind. Die Überprüfung der verwendeten Daten ist wesentlicher Bestandteil des IPCC- Prozesses. Dem "Intergovernmental Pannel on Climate Change", als dem "Zwischenstaatlichen Rat zum Klimawandel", gehören mehrere tausend Forscher von allen Kontinenten an. Der Weltklima- Rat hingegen ist eine weltumspannende Arbeitsgemeinschaft von Wissenschaftlern, die 1989 von der UN- Umweltbehörde und der Weltorganisation der Meteorologen ins Leben gerufen worden ist.
 
In ihrem ersten Report belegten die Experten 1990 die Dringlichkeit des Problems, was unter anderem ein Anstoß für den "Erd-Gipfel" von Rio 1992 und die folgenden internationalen Klimaschutzbemühungen war. Der IPCC- Report von 1995 lieferte die wissenschaftliche Fundierung für das Kyoto- Protokoll, in dem sich die meisten Industriestaaten zur Senkung ihrer Treibhausgasemissionen verpflichteten. Den bislang letzten Bericht veröffentlichte der Rat im Jahre 2007.
 
Kurz vor dem Klimagipfel von Kopenhagen im Dezember vorigen Jahres legten 26 Forscher eine "Kopenhagen- Diagnose" vor, welche die Lücke bis zum nächsten Report füllen soll, der nicht vor 2013 zu erwarten ist. In diesem Diagnosepapier steht unter anderem, dass der Anstieg der Meeresspiegel deutlich stärker ausfallen dürfte als vom IPCC 2007 vorausgesagt. Warten wir ab. Hoffen wir auf ein "Meeresspiegel- Debakel" in einigen Jahren zum Wohle aller Menschen, die dicht über dem Meeresniveau leben!
 
Zu viele Wissenschaftler verderben die Klimadebatte (2)
Und das Geld spielt wie überall eine wichtige Rolle
 
Im letzten Funkwetterbericht ging es um eine Panne, einen Fehler, vielleicht sogar um eine unverzeihliche Schlamperei des Weltklimarates, der behauptet hatte, dass die  Himalaya- Gletscher  bis zum Jahre 2035 infolge der Klimaerwärmung vollständig abschmelzen könnten. Es handelt sich hierbei um einen kapitalen Irrtum. Allein die Jahreszahl 2035 entpuppte sich als Zahlendreher und wurde von einem russischen   Wissenschaftler  vor über zehn Jahren mit
2 3 5 0 angegeben. Bis dahin, so dieser Wissenschaftler, könnten die Eismassen auf dem Himalaya bis zu einem Fünftel abgetaut sein.
 
Der Chef des Weltklimarates geriet somit ins Zwielicht, denn sein Institut kassierte viel Geld für die zweifelhafte Behauptung vom Schmelzen der Himalaya- Gletscher. Von seinen Kritikern muss sich der Weltklimarat nun vorwerfen lassen, die These von der globalen Erderwärmung mit vermeintlich getricksten Beispielen öffentlichkeitswirksam zu untermauern. Viele Menschen glauben jetzt, wenn die "da oben" schon solch einen Fehler machen, wie verlässlich ist dann der Rest?
 
Positiv zu bewerten ist, dass es nun eine Untersuchung geben wird oder jemand seinen Job verliert. Tatsache aber ist, dass die Glaubwürdigkeit des Weltklimarates und seiner Arbeit enorm beschädigt wurde. So müssen die Arbeitsprozesse nun grundsätzlich überprüft  und Kontrollsysteme verschärft werden. Man muss bedenken, dass an den ersten Reporten des Weltklimarates nur sehr wenige ausgesuchte Wissenschaftler mitgearbeitet haben. Es gab noch eine überschaubare Menge von Datenmaterial. Im Laufe der Zeit hat sich die Zahl der beteiligten Forscher deutlich vergrößert und wir sehen uns einer Flut von Datenerhebungen gegenüber. Wir müssen sehr viel vorsichtiger werden als wir es bislang waren. Die ohnehin schon sehr angeheizte Debatte über den Klimawandel kann nicht sehr viele Fehler dieser Art vertragen.
 
Viele Wissenschaftler wollen vielleicht etwas zu engagiert beweisen, dass der Klimawandel vom Menschen gemacht ist, weil für die Welt so viel davon abhängt. Viele Forscher haben die Erfahrung gemacht, je drastischer sie sich äußern, desto stärker werden sie wahrgenommen. Das hebt das Ansehen und schlägt sich mitunter auch in der Aufstockung von Geldern nieder. So wurde zum Beispiel 2009 ein EU- Forschungsprojekt über Gletscher im Himalaya mit drei Millionen Euro dotiert, wodurch nicht nur Forscher in Indien, sondern auch hier im Westen profitierten. Bereits 2008 gewährte die New Yorker Carnegie - Corporation dem indischen Forschungsinstitut eine halbe Million Dollar. Damit sollten die Folgen des angeblichen Gletscherschwundes für die indische Trinkwasserversorgung, für Energietechnik, Landwirtschaft und Industrie erforscht werden. Einer - wie sich nun gezeigt hat - sehr zweifelhaften Studie zufolge würden die meisten Gletscher in der Region innerhalb der nächsten Jahre als Folge der globalen Erwärmung verschwinden. Das Geld  wurde über das isländische Institut "Global Center" vermittelt, das mit dem indischen Forschungsinstitut längst lukrativ zusammenarbeitet.
 
Alle Klimaforscher sollten sich darauf  zurückbesinnen, dass jede Hypothese nur so lange gültig ist, bis sie falsifiziert worden ist. Auch die Angabe der globalen Durchschnittstemperaturen und erst recht deren künftigen Vorhersagen sind nicht verlässlich genug, da die Modelle eben nicht perfekt sind. Sie sind zwar die besten, die wir zurzeit haben und können uns auf jeden Fall wichtige Hinweise geben. Aber es bleibt immer ein gewisses Maß an Unsicherheit.
 
Klaus Hoffmann
unter Verwendung von Artikeln aus der "Rheinischen Post" und dem "Kölner-Stadtanzeiger"
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Kalt trotz Klimawandel
 
Der extreme Winter in Deutschland ist ein Einzelereignis
 
Es bleibt dabei: Die Jahre von 2000 bis 2009 bilden das wärmste Jahrzehnt seit 130 Jahren
 
Am 20. Dezember fiel massenhaft Schnee und legte den Flugverkehr lahm. Ein Hoch über Russland hatte zuvor eiskalte und trockene Kontinentalluft nach Europa getragen. Es kam zu Rekord-Tiefsttemperaturen. Am 20.12. brachte dann ein Tief milde und feuchte Luft von der Nordsee mit sich. Im Mischungsbereich jener Luftmassen kühlte sich die milde Luft stark ab und kondensierte aus - auf Grund der Kälte fiel statt Regen also Schnee. Beim Regen kann man die Mengen nicht so deutlich erkennen wie beim Schnee. Schnee führt somit stets zu dramatischeren Schlagzeilen, zumal er den Verkehr stärker behindert als eine entsprechende Regenmenge. Und jetzt zum Jahreswechsel 2009/10 hat sich eine neue Kälteperiode eingestellt.
 
Mit Klimaänderung hat dies alles nichts zu tun. Jene Wettervorgänge sind Einzelereignisse und Momentaufnahmen. Man bezeichnet dies als aktuelles Wetter. Wetter ist übrigens immer nur aktuell! Hält sich dies über mehrere Tage oder sogar Wochen, spricht man von "Witterung". Wir erwarten somit aktuell in diesem Januar eine vorherrschend kalte Witterung. Und diese kann zur selben Zeit gar nicht so weit entfernt ganz anders sein. So herrschte in unseren frostigen Dezember-Tagen 2009 in Skandinavien eher ein mildes Winterwetter. Im Schnitt gleicht sich dies wieder aus. Klimaänderungen kann man nur global betrachten. Dazu benötigt man Weltwetter-Angaben von mindestens 30 Jahren. Klima ist statistisches Wetter. Es besteht nur aus statistischen Messwerten. Wenn ein Italiener bei 35 Grad sich in die kühlenden Fluten stürzt und zur selben Zeit im Winter auf der Südhalbkugel ein Obdachloser unter einer Brücke in Brasilien erfriert, so ist der Mittelwert beider Temperaturen durchaus erträglich (17 Grad). Damit könnte man leben! Kein schlechtes Klima! Aber wie gesagt, man braucht mindestens 30 Jahre für eine Statistik, die beginnt seriöser zu werden. Vergessen Sie also sehr schnell, unser derzeitiges Wetter in Deutschland mit einer Klimaerwärmung in Verbindung zu bringen!
 
Die vergangenen kalten Tage ändern nichts daran, dass die Durchschnittstemperaturen in Deutschland gestiegen sind. Das Mittel der Jahrestemperatur in Deutschland lag zwischen 1961 une 1990 bei 8,2 Grad. Seit 2000 stiegen die Durchschnittstemperaturen jedoch an und erreichen in diesem Jahr (2009) sogar 9,2 Grad. 2007 wurde sogar ein Rekordwert von 9,9 Grad ermittelt. Die Werte in den einzelnen Bundesländern fallen übrigens unterschiedlich aus.
 
Die kalten Tage vor Weihnachten sind somit ein Ausreißer. Ebenso die jetzigen im Januar. Der November war übrigens mit 7,3 Grad sogar um 3,3 Grad zu warm. Er gehört somit zu den drei wärmsten Novembermonaten in Deutschland seit 1881. Der gesamte Herbst 2009 war zu warm, hat jedoch den Rekord von 2006 nicht ganz erreicht (12 Grad gegenüber einem Mittel von 9,5 Grad). Es gibt eine sehr alte Bauernregel, die besagt, dass einem sehr milden November ein kalter Januar folgt, einem kalten November hingegen ein milder Januar. Eine weitere Bauernregel stellt fest, dass einem kalten Januar auch ein zu kalter Februar folgt. Aber das nur nebenbei. Jene Regeln entstanden in einer Zeit, als der Mensch beim Wetter noch nicht mitmischte.
 
Es bleibt dabei: Wetter und Klima darf man nicht verwechseln. Klimawerte bestehen aus gemittelten Wetterdaten über mindestens 30 Jahre, am besten 100 Jahre - dann werden sie aussagekräftiger. Wenn sich Klimadaten verändern, kann man damit rechnen, dass sich ebenfalls die zu erwartenden Wetterereignisse ändern, die wie stets aus den uns bekannten Elementen bestehen wie Wind, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Luftdruck usw.
 
Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, einzelne Wetterereignisse als relevant für oder gegen die derzeitige Klimadikussion anzuführen. Unser Verhalten sollte vielmehr geprägt sein von der Überzeugung, dass wir einfach noch zu wenig darüber wissen, inwieweit wir selbst mit unserer Treibgasemission zu einer globalen Erwärmung beitragen. Dies einfach dem Zufall zu überlassen und sozusagen nur mal auszuprobieren, was unsere Atmosphäre in den nächsten Jahrzehnten so macht, wenn wir so weitermachen wie bisher, ist ethisch nicht vertretbar, mal ganz abgesehen von unserer Verpflichtung, den alten fossilen Energieträgern möglichst bald abzuschwören und dafür Alternativen zu entwickeln, die wir als Chance betrachten sollten, weltweit mit innovativen Techniken Arbeitsplätze zu sichern und neu zu schaffen. Klimaerwärmung als Chance.
 
Klima hat sich immer wieder verändert. Das ist natürlich. Klima wird sich auch in Zukunft verändern, auch ohne unsere Einwirkung. Warmzeiten waren früher sogar Segenszeiten für die Menschheit. Dafür gibt es viele historische Belege. Dass wir inzwischen dabei sein könnten, das Klima (anthropogen) zu beeinflussen, führt zu einem Unsicherheitsfaktor im künftigen Wettergeschehen, der beunruhigend ist, erst recht im Hinblick auf die Lebensqualität unserer Nachkommen. Diese sollten niemals eine Klage gegen uns erheben können, wir hätten leichtfertig und egoistisch gehandelt. Wir hätten es doch besser wissen und dem entsprechend handeln müssen. Kopenhagen war leider bisher nur die Fortsetzung einer diesbezüglichen Bewusstseinsänderung. Daraus müssen bald rechtliche und allgemein verbindliche Taten hervorgehen. Zu spät? Sagen wir fünf nach zwölf.
 
DL5EJ, 23. Dezember 2009
 
Gebremster Anstieg
 
Schmelzende Westantarktis erhöht Meeresspiegel weniger stark
Von Volker Mrasek
 
Glaziologie 
 
Unter den Eisschilden am Südpol gilt der der Westantarktis als anfällig für den Klimawandel. Bislang gingen die Forscher davon aus, dass eine abschmelzende Westantarktis den Meeresspiegel um fünf Meter ansteigen lassen würde. Tatsächlich, so schreiben Geophysiker jetzt in "Science", sind es nur gut 3,5 Meter.
 
Dass der Meeresspiegel um rund fünf Meter steigt, wenn die Eishülle der West-Antarktis abschmilzt - diese Zahl stammt aus einem vielbeachteten Fachartikel. Doch der Aufsatz ist mittlerweile leicht angestaubt. Er stammt aus dem Jahr 1978.
 
"Es wäre längst möglich gewesen, diese Angaben zu überprüfen. Denn die Datenlage hat sich immer weiter verbessert. Es kamen immer genauere Messungen zur Geometrie des Eispanzers und der Landoberfläche darunter hinzu."
 
Jonathan Bamber hat das jetzt nachgeholt. Der Geophysiker und Eisexperte von der Universität Bristol in England wertete die neuesten Messdaten von Satelliten und Flugzeugen aus, gemeinsam mit Kollegen aus den Niederlanden. Die Forscher kommen zu dem Schluss: Wenn der west-antarktische Eisschild kollabiert, steigt der Meeresspiegel nicht um fünf Meter, sondern allenfalls um 3,30 Meter. Bamber:
 
"Nach unseren Berechnungen sind größere Eis-Bereiche in der West-Antarktis stabil, als man bisher dachte. Es ist vorwiegend Eis in Regionen, in denen das darunterliegende Grundgestein über dem Meeresspiegel liegt. Es hat praktisch keinen Kontakt zum Ozean. Das gilt für das meiste Eis in der Ost-Antarktis - und auch für etwa ein Viertel des Eises im Westteil des Kontinentes."
 
Die West-Antarktis ist ein Phänomen. Man muss sich ein Landgebiet vorstellen, das größtenteils unter dem Meeresspiegel liegt. Im Zentrum gibt es regelrechte Tiefsee-Täler. So kommt es, dass der mächtige west-antarktische Eispanzer nicht nur über 2.000 Meter hoch in den Himmel aufragt; er füllt auch die Landsenken unter der Wasseroberfläche aus, zum Teil bis in 2,5 Kilometer Tiefe. Das macht es so gefährlich für die West-Antarktis. Ein Ozean, der sich erwärmt, kann praktisch immer weiter landeinwärts vorstoßen und immer mehr Eis dazu bringen, sich vom Grundgestein zu lösen und abzuschmelzen. An diesem Modell rüttelt auch die neue Studie nicht. Doch ihr zufolge werden zwei große Eiskappen erhalten bleiben, denen eine Meereserwärmung nichts anhaben kann - die eine 600, die andere 200 Kilometer lang. Daher am Ende der geringere Meeresspiegelanstieg. Sind das endlich einmal gute Nachrichten aus dem Treibhaus Erde? Nicht unbedingt, findet Eric Ivins, Geophysiker vom California Institute of Technology in Pasadena:
 
"Auch ein Meeresspiegelanstieg von drei Metern ist eine extrem schlechte Nachricht. Selbst ein halber Meter wäre schon verheerend für viele Küstenstädte. Wir können allerdings nicht vorhersagen, wie schnell oder wie langsam eine Eisschmelze in der West-Antarktis abliefe. Es wird darüber spekuliert, dass es mehrere hundert Jahre dauern würde. Es könnten sogar über 1000 sein. Das wäre die bessere Nachricht."
 
Eine andere, nicht minder wichtige Frage: Wann kommt der Prozess in Gang? Könnte das sogar schon heute sein? Forscher wie Ivins und Bamber sehen aktuelle Entwicklungen in der West-Antarktis durchaus mit Sorge. Bamber:
 
"Haben wir bereits Anzeichen für einen möglichen Kollaps des Eisschildes? Ich denke, die Antwort auf diese Frage lautet. Ja! In den letzten zehn Jahren gab es zum Teil dramatische Eisverluste im Amundsen-Meeressektor. Das ist eine Region, die auch in unseren Szenarien von einem Kollaps des Eispanzers als besonders kritisch hervortritt. Ich behaupte nicht, dass es definitiv schon so weit ist. Aber was ich sage, ist: Es gibt sehr ernstzunehmende Warnsignale."
 
Daher auch der Appell der Forscher: Die Welt sollte das, was in der West-Antarktis geschieht, weiterhin genau im Auge behalten.
 
 
Klima und Wetter
 
In der gegenwärtigen Klimadiskussion bemerke ich oft, dass die Begriffe "Klima" und "Wetter" immer wieder durcheinander gebracht werden. Dazu möchte ich folgendes sagen:
 
Das Klima setzt sich aus verschiedenen Wetterelementen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind, Bewölkung, Niederschlag, Sonnenscheindauer, Luftdruck, Schneehöhe, Strahlung und Verdunstung zusammen. Das ist der Punkt, wo Wetter und Klima oft unbemerkt vermengt werden. Fast alle diese Elemente können wir nämlich mit unseren Sinnesorganen fühlen. Aber was wir stets fühlen, das ist das Wetter, und nicht das Klima. Wetter ist nämlich definiert als der "aktuelle Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt". So war z. B. das heftige Gewitter hier in Kempen am Abend des Karsamstags ein markanter Wettervorgang, fast sogar ein Unwetter. Mit unserem Klima in Kempen hatte dies aber nichts zu tun, da solche Wetterereignisse in unserer Region sehr selten auftreten, also bloße "Ausreißer" darstellen.
 
Das Wetter ist hochgradig variabel, denn genau das zeichnet unser Wetter aus. Mal ist es heiß, mal kalt, mal fällt Regen, mal herrscht ruhiges Hochdruckwetter mit Sonnenschein, dann kommt es wieder zu Gewittern oder zu Stürmen. Das gemittelte Wetter ist also kein Normwetter. So etwas gibt es nicht. "Beim Wetter ist die Abweichung von der Norm die Norm"! (Sven Plöger) Die Aufgabe des Begriffs Klima ist es nicht, ein Normwetter aufzustellen. Klima ist nur ein statistisches Konstrukt, das hilfreich und notwendig ist, da man sich schließlich nicht alle Wetterlagen über alle Ewigkeiten merken kann.
 
Sven Plöger führt dazu in seinem neuen Buch (siehe "Wetterliteratur") folgendes an:
 
"Die zwei folgenden Beispiele zeigen, was passiert, wenn man Wetter und dessen Mittelwert verwechselt. Lassen Sie uns zunächst die zeitliche Mittlung anhand eines Januarmonats betrachten: Der Januar hat an vielen Orten Deutschlands ein Temperaturmittel von 0 Grad. Jetzt stellen Sie sich einen speziellen Januar vor, der in der ersten Monatshälfte stets Temperatur von + 20° aufweist und in der zweiten Monatshälfte stets - 20°. Ein wettermäßig wohl unglaubliches Ereignis, von dem man noch jahrelang sprechen würde. Doch das Mittel ist exakt 0 Grad. Dieser verrückte Januar würde also zu einem "Normmonat. Eine groteske Aussage.
 
Bei der räumlichen Mittelung passiert etwas Ähnliches. Wenn Sie hier in Deutschland nach der Qualität des Winters 2007/2008 fragen, würde wohl fast jeder sagen, der sei ja quasi ausgefallen, und würde möglicherweise auf den Klimawandel verweisen. Aber fragen Sie das Gleiche mal einen Chinesen. Nach der wochenlang währenden Schneekatastrophe im gleichen Winter 2007/2008 und nach vielen neuen Kälterekorden würde der Chinese Ihnen wohl eine dramatisch andere Antwort geben und wohlmöglich eine herannahende Eiszeit fürchten. Und so können sich die Wärme bei uns und die Kälte dort im Mittel genau ausgleichen. Doch Sie selbst können das räumliche Mittel des Wetters nicht fühlen, weil Sie ja nicht an zwei Orten gleichzeitig sein können."
 
Zudem fühlt jeder Mensch das Wetter anders. Der Landwirt hat z.B. eine andere Einstellung zum Regen als ein sich nach Wärme und Sonne sehnender Urlauber. Auch unser Erinnerungsvermögen an vergangene Wetterereignisse ist ein recht "gefärbter" Prozess. Die Hirnforschung macht manches erklärbar. Doch eine Abhandlung darüber würde an dieser Stelle zu weit führen.
 
In unserem Alltag fällt uns die Trennung der Begriffe Wetter und Klima wirklich schwer, weil wir eben täglich das Wetter erleben. Klima ist also kein "Normalwetter", sondern eine Mittelung von Werten. In jener statistischen Mittelung kann es beim Wetter jede Menge Ausreißer geben. Diese können durchaus in einer Größenordnung von 80 - 90 % liegen. Aus den statistischen Mittelwerten darf man also nicht auf einen Erwartungswert des Wetters schließen. Daraus lässt sich folgern, dass die Variabilität des Wetters sehr groß ist. Der Begriff des Klimas kann also nicht dafür herangezogen werden, ein Normalwetter zu "erfinden".
 
Der Klimaschutz erfordert somit ein nachhaltiges Handeln, und so muss man zunächst von solch wenig sinnvollen und gänzlich unphysikalischen Denkweisen wegkommen. Zum Erfolg kann nur führen, wenn man Wetter und Klima klar voneinander trennt.
 
 
Der Wasserdampf als wichtigstes "Treibhausgas"
 
Der Wasserdampf ist ein unsichtbares Gas, das unserer Lufthülle in wechselnden, von der Temperatur abhängigen Mengen beigemischt ist. Wasser kommt in den drei Aggregatzuständen fest, flüssig und gasförmig auf unserem Planeten vor. Zwischen diesen Zuständen kommt es weltweit zu Energie-Übergängen. Wegen der großen Wärmekapazität des Wassers wird zunächst einmal recht viel Wärmeenergie benötigt, um die Wassertemperatur zu erhöhen. Das Festland hat dem gegenüber eine recht geringe Wärmekapazität. Daher rührt es, dass das maritime Klima im Sommer relativ kühl, im Winter relativ warm sich gestaltet.
 
Beim Kontinentalklima ist es umgekehrt. Sollte sich unsere Lufthülle erwärmen, dauert es viele Jahre, bis sich die Wassertemperaturen der Ozeane durch Kontakt mit der Luft langsam aufheizen. Ein schnelleres Erwärmen des Wassers wird zudem durch die Meeresströmungen verhindert, die das Wasser ständig durchmischen. Die gemittelte Wassertiefe aller Ozeane beträgt nämlich dreitausend Meter. Damit lässt sich auch die Feststellung erklären, warum der CO2 - Anstieg erst viele Jahre nach einer Klimaerwärmung erfolgt. Das Wasser reagiert träge und gibt Kohlendioxyd infolge seiner Erwärmung erst bis zu 500 Jahre später an die Atmosphäre ab.
 
Viel Sonnenenergie wird benötigt, um Wasser zu verdunsten. Die Verdunstung wird zudem bei höheren Temperaturen beschleunigt. Kondensiert jener Wasserdampf wieder in Form von Wolken und Niederschlag, wird jene latente Verdunstungsenergie wieder frei. Man nennt das Kondensationswärme. Hier zeigt sich sehr schön, dass Energie nicht "erneuerbar" ist, sondern nicht verloren geht, weil sie sich nur umwandelt. Der in der Klimadiskussion verwendete Begriff der "erneuerbaren Energien" ist also sachlich falsch.
 
Beim Schmelzen von Eis wird Schmelzwärme frei. Versuchen Sie doch mal, einen Topf mit Wasser und Eiswürfeln auf dem Herd zu erhitzen. Sie können darunter heizen wie Sie wollen, die Temperatur des Wassers steigt erst dann über den Gefriepunkt an, wenn alle Eiswürfel geschmolzen sind. Sie mussten die gesamte Energie für das Abtauen des Eises verwenden. Umgekehrt wird dieselbe Wärmeenergie wieder frei, wenn Wasser zu Eis gefriert. Es ist immer wieder dasselbe: Energien erneuern sich nicht, sondern wandeln sich nur um. Doch gerade dieses "Nur" bestimmt gewaltig über das Klima unserer Erde.
 
Die durch den Wasserdampf bewirkte Wärmeenergie- Verteilung auf unserer Erdkugel ist ein äußerst komplexes und im Einzelnen kaum durchschaubares System. Auch die Strahlungsbilanz der Erde, das Verhältnis von eingefangener und wieder abgegebener Wärmestrahlung, wird durch den Wasserdampf entscheidend beeinflusst. So reflektieren Wolken nicht nur einen beachtlichen Teil der Sonneneinstrahlung an ihrer Oberseite, sondern halten auch einen großen Teil der Wärmestrahlung des Erdbodens zurück, wodurch die bodennahen Lufttemperaturen zum Beispiel nachts nicht so weit zurückgehen wie bei einem wolkenlosen Himmel. Sehr komplex, dies alles. Wasserdampf ist somit unser wichtigstes Klimagas. 
 
 
Entwicklung des globalen Klimas 
 
 
Die Entwicklung des globalen Klimas hängt von weitaus mehr Faktoren ab als allgemein bekannt sein dürfte. Seit Beginn der Industrialisierung hat die Menge von Gasen in unserer Atmosphäre, die den Treibhauseffekt verstärken - und damit auch die globale mittlere Temperatur - zugenommen.
 
Auffallend ist, dass die 10 wärmsten Jahre des 20. Jahrhunderts aus seinen letzten 17 Jahren stammen (1998, 1997, 1995, 1990, 1991, 1994, 1983, 1988, 1987, 1996). Wir treiben also ein gewagtes Spiel mit dem globalen Klima, das wir mit Sicherheit nicht gewinnen werden.
 
Das globale Klima hat sich aber immer schon durch "natürliche" Ursachen mehr oder weniger stark verändert. So wissen wir z.B. inzwischen recht genau, wie sich das Klima in den letzten 1000 Jahren verhalten hat. Trotz leicht voneinander abweichender Ergebnisse der Klimaforscher stimmen ihre Aussagen in wesentlichen Punkten überein. Die Sonne, aber auch die Erde selbst, muss man mit globalen Temperaturänderungen in Verbindung bringen.
 
Die Sonne
 
Die "Solarkonstante", also der Betrag der Sonnenenergie, die an der Obergrenze der Atmosphäre ankommt (1370 W / m²) schwankt um 3% wegen der unterschiedlichen Entfernung der Erde während ihres Umlaufes um die Sonne.
 
Doch strahlt auch die Sonne bei weitem nicht so gleichmäßig, wie man noch bis ins 16. Jahrhundert hinein annahm. Denken wir an die "Sonnenflecken" und ihren 11jährigen Zyklus, dem noch weitere Perioden überlagert sind und die zu extremen Fleckenmaxima und -minima führen können. So sind bedeutsame Zusammenhänge zwischen dem Klima der letzten Jahrhunderte und der Anzahl der Sonnenflecken belegt.
 
Die Erde
 
Ihre Bahn ist mehreren Änderungen unterworfen.
 
1.        Die Bahn der Erde um die Sonne unterliegt einem Zyklus, bei dem diese zwischen einer Ellipse und (fast) einem Kreis schwankt. Dies vollzieht sich allerdings in dem großen Zeitraum von 100 000 Jahren. Je größer die Exzentrizität, um so größer ist der Unterschied der eintreffenden Sonnenstrahlung zwischen dem sonnenfernsten und -nächsten Punkt. Zurzeit ist die Exzentrizität gering.
 
2.        Der zweite Zyklus entsteht bei der Rotation der Erde um ihre Achse wie ein taumelnder Kreisel, "Präzession" genannt. Jene Periode dauert etwa 23 000 Jahre. In ca. 11 000 Jahren wird unsere Erde der Sonne wieder im Juli am nächsten sein, wenn auf der Nordhalbkugel Sommer ist. Dadurch werden die Gegensätze zwischen Sommer und Winter zunehmen, da die Nordhalbkugel die größeren Landmassen besitzt. (Zurzeit ist die Erde der Sonne im Januar am nächsten.)
 
3.        Der 3. Zyklus von ca. 41 000 Jahren wird durch die Änderung des Neigungswinkels der Erdachse gegenüber der Ekliptik, also der Erdbahn um die Sonne, hervorgerufen. Zurzeit beträgt jener Winkel 23,5°. Er schwankt zwischen 22° und 24,5°. Je kleiner der Winkel, um so geringer gestalten sich die jahreszeitlichen Schwankungen in mittleren und höheren Breiten.  
 
Was ich hier angeführt habe, ist die Grundannahme der "Melankovitch-Theorie". Milutin Melankovitch, ein serbischer Mathematiker, hat diese Theorie um 1930 entwickelt. Danach wird durch die geschilderten Änderungen des Laufes der Erde um die Sonne das globale Klima beeinflusst. Ablagerungen in den Ozeanen und Untersuchungen von Eisbohrkernen haben eine sehr gute Übereinstimmung zwischen Eisausbreitung und der Melankovitch-Theorie ergeben. Jedoch kann der Verlauf der verschiedenen Eiszeiten auf unserem Planeten damit nicht vollständig erklärt werden. Hierbei könnten z.B. auch gewaltige Vulkanausbrüche und Meteoriteneinschläge ursächlich mitgewirkt haben.
 
Welch dramatische Auswirkungen ein großer Vulkanausbruch auf das Wetter haben kann, zeigt das Jahr 1816, als in Teilen Nordamerikas und in Westeuropa der Sommer ausfiel. Im Juni gab es Schneestürme und Fröste traten noch im Juli und August auf. Ursache: Zwischen 1810 und 1815 stieg die Vulkanaktivität weltweit an und erreichte im April 1815 mit der Explosion des Vulkans "Tambora" im heutigen Indonesien ein Maximum. Aber Vorsicht! Ganz eindeutig ist der Zusammenhang zwischen dem Wetter von 1816 und der Eruption ein Jahr davor nicht, da es in jener Zeit kaum Wetterbeobachtungen gab. Ziemlich sicher ist jedoch: Vulkangase können den Treibhauseffekt verstärken. Bedeutsamer ist aber wohl der Abkühlungseffekt durch die weltweite Trübung der höheren Atmosphärenschichten durch Vulkanrauch und Ascheteilchen.
 
 
Ändert sich das Klima?
 
Welche wichtigen Faktoren bestimmen eigentlich unser Klima?
 
Da haben wir einmal das Wasser, die Wolken und die Wärmestrahlung. Weil Feuchtigkeit beim Verdunsten Wärmeenergie aufnimmt und als Wasserdampf an andere Orte transportiert, ist der Wasserkreislauf ein wichtiger Teil des Klimageschehens. Dazu gehören unter anderem die Wolken. Sie reflektieren einerseits Sonnenstrahlung ins All, geben andererseits auch Wärmestrahlung dorthin ab und können deshalb abkühlend auf das Klima wirken.
 
Wolken bilden sich, wenn Wasser verdunstet, als Dampf in die Atmosphäre aufsteigt und in der höheren, kälteren Luft so weit abkühlt, dass die Feuchtigkeit zu Regentröpfchen kondensiert. Geht der Regen über einer Landfläche nieder, verdunstet ein Teil des Wassers wieder, ein Teil fließt an der Oberfläche über Bäche und Flüsse ins Meer zurück. Der Rest versickert und läuft unterirdisch als Grundwasser in Richtung Meer. Eine starke Bewölkung wiederum vermindert die Sonneneinstrahlung an Land oder auf dem Meer, so dass nur wenig Wasser verdunstet.
 
Zum zweiten sind die Windsysteme für das Klima verantwortlich. Davon gibt es drei große, die das Klima prägen, auf unserem Planeten.
 
Zum einen wehen zwischen 30 Grad Breite und dem Äquator die sogenannten Passate: Am Äquator erwärmte Luft steigt auf, fließt nach Norden oder Süden, kühlt sich dabei ab und strömt in Bodennähe zurück zum Äquator. Die Passate werden durch die Erdrotation, die sog. Corioliskraft, abgelenkt. Diese beschleunigt polwärtige Bewegungen nach Osten und äquatorwärtige nach Westen. Daher wehen die Passate stets aus östlicher Richtung. In den mittleren Breiten hingegen herrschen Winde aus dem Westen vor, mit denen sich Tiefdruckgebiete nach Osten verlagern.
 
Das dritte Luftdrucksystem befindet sich an den Polen. Von einem Hochdrucksystem über den Polkappen aus werden die abfließenden Luftmassen abgelenkt.
 
Über diesen drei Systemen blasen in großer Höhe starke Westwinde (Jetstreams). Sie gleichen große horizontale Druckdifferenzen an der Grenze zwischen Warm- und Kaltluftmassen aus.
 
Zum dritten gibt es noch das globale Wärmetransportband der Ozeane. Weil Wasser sehr viel mehr Wärme speichern kann als Land oder Luft, haben die großen Meeresströmungen enormen Einfluss auf das Klima. Sie transportieren das in den Tropen aufgeheizte Oberflächenwasser in kältere Regionen und erwärmen diese. Dort aber sinkt das abgekühlte und durch Verdunstung salzhaltigere Wasser infolge seiner höheren Dichte in die Tiefe, zieht dabei weiteres Wasser hinter sich her und treibt so den weltweiten Wasserkreislauf wie eine Pumpe an. Als Tiefenstrom fließt es wieder zurück in wärmere Gegenden, um sich neu aufzuheizen.
 
Die wichtigste warme Oberflächenströmung führt vom Pazifik durch den Indischen Ozean bis in den Atlantik. Von Mexiko geht sie in den Golfstrom über, transportiert  ihre Wärmeenergie in breitem Strom an der Ostküste der USA vorbei bis nach Neufundland, teilt sich dann in zwei Ästen nach Nord- und Südosten und beschert Europa ein mildes Klima. Ohne diese "Warmwasserheizung" hätte Europa ein Klima, das dem von Kanada ähnelte, liegt doch zum Beispiel Deutschland in etwa auf der geografischen Breite der Großen Seen oder von Süd-Labrador. In der Tiefe fließt dieses Wasser allmählich zurück und benötigt dazu etwa 1000 Jahre.
 
Eine andere wichtige Meeresströmung ist der Humboldtstrom, dessen nährstoffreiches Wasser vor der Westküste Südamerikas aufsteigt. Alle drei bis sieben Jahre tritt dort das gefürchtete "El Nino" - Phänomen auf: Wärmeres Wasser verdrängt die Strömung, die Meeresfauna wandert ab, die Fischer fangen nichts mehr.
 
Unser weltweites Klima ist also das Ergebnis eines komplexen Wechselspiels zwischen Sonne, Erdoberfläche und Atmosphäre.
 
Das Klima war nicht immer so wie heute. Allein dreimal in den letzten 500 000 Jahren waren Teile Nord- und Mitteleuropas, Nordasiens und Nordamerikas für jeweils Zehntausende von Jahren kilometerdick von Eis bedeckt. Schon mehrmals in ihrer Geschichte ist die Erde für Millionen Jahre zum "Schneeball" geworden. Während dieser Mega-Eiszeiten herrschten wahrscheinlich Temperaturen von minus 50 Grad.
 
Vor 750 Millionen Jahren geriet das Klima einmal völlig aus den Fugen. Unser Planet fror fast völlig ein. Dass er jemals danach wieder auftaute, verdanken wir großen Vulkanausbrüchen, die mit ihrem gigantischen Ausstoß von Treibhausgasen die Erde wieder so stark erwärmten, dass die Eismassen schmolzen. Ansonsten wäre die Erde ein "Schneeball" geblieben, da die Schneeflächen den größten Teil der Sonneneinstrahlung ins All reflektieren.
 
Im letzten Rundspruch hatte ich die wichtigsten Klimafaktoren näher erläutert und festgestellt, dass das Klimasystem sehr komplexer Natur ist. Es setzt sich aus den Subsystemen Atmosphäre, Ozean, Biosphäre und Kryosphäre (Eis und Schnee) zusammen, die - angetrieben durch die Energie der Sonne - auf höchst komplexe Weise miteinander reagieren. Die Komponenten des Klimasystems variieren in typischer Weise auf unterschiedlichen Zeitskalen, die von Stunden (Wettererscheinungen) über Monate (Oberflächenströmungen der Ozeane) bis zu Jahrtausenden (Landeismassen) reichen, und reagieren in komplizierten Rückkopplungsprozessen miteinander.
 
Der viel diskutierte vom Menschen verursachte (anthropogene) Treibhauseffekt ist lediglich eine Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes. Ohne die natürliche Treibhauswirkung der Atmosphäre würde die globale Mitteltemperatur der Erde gegenwärtig nicht bei +15 Grad C, sondern bei -18 Grad C liegen. Sie entsteht durch die atmosphärischen Spurengase Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan, Distickstoffoxid u.a., die wie eine Wärmefalle wirken. Die durchschnittliche globale Sonneneinstrahlung dringt zu einem großen Teil ungehindert bis zum Erdboden durch und erwärmt ihn. Die vom Erdboden emittierte Wärmestrahlung wird aber von den Treibhausgasen absorbiert und zurückgestrahlt, wodurch sich die Atmosphäre erwärmt. Der anthropogene Treibhauseffekt wird dadurch verursacht, dass der Mensch die Konzentration der natürlichen Treibhausgase erhöht bzw. neue Treibhausgase, wie z.B. FCKW, hinzugefügt hat.
 
Die Temperaturkurve unseres Klimas geht in den letzten 50 - 60 Jahren steil nach oben. Das bestreitet niemand. Jedoch hatten wir das schon einmal vor über 2000 Jahren mit einem Höhepunkt um Christi Geburt. Danach sank die weltweite Temperatur wieder ab und blieb auf einem Minimum von ca. 14,8°C  vom Ende des 5. Jahrhunderts bis etwa 1000 nach Christus konstant.
 
Im 11. Jahrhundert gab es eine sprunghafte Erwärmung um über ein halbes Grad, die bis etwa 1200 andauerte und als "Europäische Warmzeit" benannt wird. In dieser Periode machten die Vikinger ihre Eroberungszüge und eroberten Grönland - damals eine grüne Insel. Zwischen 1200 und etwa 1350 fiel die weltweite Temperaturkurve wieder beachtlich ab. Vom 15. bis ins 17. Jahrhundert sank die Durchschnittstemperatur mit einigen Schwankungen und erreichte im 17. Jahrhundert sogar ein Minimum von etwas unter 14°C (zurzeit liegt sie bei ca. 15,75°C). Jene Jahrhunderte werden als "kleine Eiszeit" in Mitteleuropa bezeichnet. Manche Märchen, in denen von kalten Wintern die Rede ist, stammen noch aus jener Zeit, ebenso das Gemälde "Winterlandschaft" von Brueghel d.J..
 
Alle Temperaturwerte vor 1850 mussten mit Hilfe aufwändiger Eisbohrkernuntersuchungen rekonstruiert werden. Erst ab 1850 verfügen wir nämlich über wirklich gemessene Daten. In den letzten beiden Jahrhunderten kam es dann wieder zu einer erneuten Klimaerwärmung, vornehmlich ab etwa 1870. Mit Ausnahme der Jahre in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts stiegen die Temperaturwerte bis heute dramatisch weiter an.
 
Ein Klimawandel ist also durchaus etwas Natürliches und lässt sich auch gar nicht vermeiden. Das Wort "Klimaschutz" passt somit schlecht ins Vokabular der aktuellen Witterungsdebatte. Dem Menschen wird es nie gelingen, ein bestimmtes Klimageschehen konstant zu halten. Er wird sich ihm weiterhin anpassen müssen, doch leider gibt es heute für eine"Völkerwanderung" als Flucht vor Klimaänderungen keinen Raum mehr. Der Mensch sollte dennoch nicht eigenmächtig an der globalen Wettermaschine "herumfummeln".  Denn durch den Einfluss des Menschen in unserer Zeit könnte eine globale Erwärmung noch nie da gewesene Ausmaße in relativ kurzer Zeit erreichen, wenn man die durch den Menschen verursachten Treibhausgase hinzu addiert.
 
Nun noch zu den weltweiten Auswirkungen eines Anstiegs von "Treibhausgasen".
 
Die Straßen, Pipelines und Industrieanlagen in Sibirien versinken immer mehr im Morast, weil der Permafrostboden taut. In der Stadt Jakutsk sind inzwischen bereits mehr als 300 Gebäude weggesackt.
 
Forscher erwarten, dass der arktische Ozean bis spätestens 2100 im Sommer eisfrei sein wird. Die Inuit und viele arktische Tierarten, wie z.B. der Eisbär, verlieren ihre Heimat. Schon ein weiterer Anstieg der weltweiten Temperatur um nur 1 Grad C könnte zum Aussterben von 10 % aller Landtierarten führen.
 
Mit dem Klimawandel wird die Luftströmung des Monsuns seine Stärke verändern und unzuverlässiger werden. Überflutungen, aber auch Dürren könnten die Folge sein. Im Südosten Australiens hat es den vergangenen Jahren noch nie so wenig  geregnet wie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Hälfte der Agrarflächen ist von Versteppung bedroht. Steigt die Temperatur weiter an, wird Landwirtschaft in den meisten Teilen Australiens unmöglich sein.
 
Der warme Golfstrom ist für das Milde Klima in Mitteleuropa verantwortlich. Erste Hinweise zeigen, dass der Golfstrom sich abschwächt. Ob er abreißen wird, ist bislang ungewiss. Als Folge davon könnte sich Europa entgegen dem normalen Trend abkühlen.
 
Durch die Klimaerwärmung droht das Amazonasgebiet auszutrocknen. Das Abholzen der Wälder beschleunigt den Prozess noch. Weniger Kahlschlag könnte den Klimawandel somit auf einfache Weise abbremsen.
 
Sollten die Ozeane weiter versauern, könnten die Kalkschalen winziger Planktonorganismen sich auflösen. Dadurch würde die Fischerei weiter leiden, denn am oberen Ende der Nahrungskette stehen Fischarten wie Lachs, Kabeljau oder Thunfisch.
 
Vor allem in den Entwicklungsländern leben die Verlierer des Klimawandels. Rund 8oo Millionen Menschen leiden derzeit an Mangel- oder Unterernährung. Ein Anstieg der globalen Temperatur um nur 1 Grad C könnte ihre Zahl auf 1,3 Milliarden anwachsen lassen. 250 000 Kindern pro Jahr könnte der Klimawandel das Leben kosten.
 
Bei einem weltweiten Anstieg der Durchschnittstemperatur um 3 Grad C suchen alle zehn Jahre schwere Dürren Südeuropa heim. Bis zu 170 000 Millionen Menschen werden jährlich Opfer von Fluten und Überschwemmungen. Zwischen 150 - und 500 Millionen Menschen mehr als heute hungern. Die Ernten in den hohen Breiten hingegen sind ergiebiger den je zuvor.
 
 
 
Ist jetzt der Mensch an einer Klimaveränderung schuld?
 
Das Wetter ist ein reales Geschehen, es ist das, was wir erleiden oder erleben. Klima hingegen existiert nur auf dem Papier, nämlich als Mittelwert aller Wetterdaten, das selbst aber fast nie real ist. Das Wetter wechselt ständig, das ist seine Natur, und der Mensch hat gelernt, sich den Extremen anzupassen, von polarer Kälte bis zur Wüstenhitze. Warum also die gegenwärtige Panikmache? Die Grundlagen dafür sind äußerst zweifelhaft. Hier ein paar wissenschaftlich fundierte Beispiele:
 
Die Temperaturen der Arktis haben sich völlig unabhängig vom CO2- Gehalt verhalten und lagen 1940 sogar über unserem heutigen Wert. In den letzten 10.000 Jahren verlief die Temperatur auch ohne Einfluss des Menschen keineswegs gleichförmig. Eine Betrachtung der im 20. Jahrhundert erfolgten Temperaturschwankungen verdeutlicht: Nach dem behaupteten CO2- Einfluss müsste die Temperatur von einem vormaligen  Ruhestand ab 1947 kontinuierlich angestiegen sein - das Gegenteil zeichnet sich ab - die Temperatur sank bis in die 70er Jahre. Von einer neuen Eiszeit war damals die Rede.
 
Klimaänderungen wie zurzeit hat es schon immer gegeben, und dies sogar in beträchtlich größerem Umfang. Sie stellen jedoch eine Naturerscheinung dar und verlaufen völlig unabhängig von jeder menschlichen Einwirkung.
 
Was ist nun die Ursache der natürlichen Temperaturschwankungen? Trägt man zur Temperaturkurve gleichfalls die Aktivitätskurve der Sonne auf, so zeigt sich überraschend ein absolut gleichartiger Verlauf. Die Temperaturentwicklung unseres Klimas wird nicht von einem verschwindend kleinen CO2- Gehalt, sondern von der Sonne bestimmt. Zurzeit stellt man auch auf anderen Planeten unseres Sonnensystems eine Erwärmung fest.
 
Interessant ist der Gedanke, dass Ursache und Wirkung verwechselt werden könnten. Wird das Klima kälter, vermindert sich der CO2- Gehalt der Atmosphäre durch vermehrte Aufnahme von Kohlendioxid in den Ozeanen. Unser derzeitiger Anstieg der CO2- Konzentration könnte somit eine Folge der Erwärmung sein und nicht ihre Ursache. Erst steigt die klimatische Temperatur und erst dann der CO2- Gehalt, und das zudem im Abstand von einigen hundert Jahren. Die gewaltigen Wassermassen unserer Ozeane reagieren nämlich ziemlich träge. Sie brauchen etwa 100 Jahre, um sich den neuen Temperaturbedingungen anzupassen. Die CO2- Fluktuation hat also mit dem Treibhauseffekt absolut nichts zu tun.
 
Es gab in der Erdvergangenheit Perioden mit drei- bis zehnmal soviel CO2 wie heute. Klimawandel haben sich ständig ereignet. Sie sind eine normale Erscheinung in der Natur. Es gab Zeiten, in denen es viel wärmer, aber auch viel kälter war als heute. Die jetzige Wärmephase geht auf etwa 200 Jahre zurück, bis zur damaligen "Kleinen Eiszeit", mit einem Temperaturminimum um etwa 1650, als man die Ostsee im Winter per Fuhrwerk überqueren konnte. Es ist nachgewiesen, dass in jener Zeit fast keine Sonnenflecken zu beobachten waren, was eine geringere Sonnenaktivität  als üblich bezeugt. Davor gab es wiederum eine sehr warme Zeit, die "Mittelalterliche Warmzeit", mit höheren Temperaturen als heute mit einem Maximum um 1200. Damals besiedelten die Wikinger Grönland, "Grünes Land", das damals eisfrei gewesen ist, mit Ackerbau und Viehzucht. Eine weitere Warmzeit fiel in die Steinzeit mit erheblich höheren Temperaturen als heute.
 
Die oft zu hörende Argumentation, wir hätten im Vergleich mit 1901 im Jahre 2006 den wärmsten Herbst sowie den wärmsten Winter, gefolgt vom wärmsten Frühling 2007 und so drei Jahreszeitrekorde gehabt, betrifft eine regionale Erscheinung und ist nicht repräsentativ für das Klima des gesamten Erdballs. Und selbst wenn es eine Erwärmung bedeuten würde, hätten wir keinen Einfluss hierauf. Wir müssen uns einfach wie schon in früheren Zeiten auf solche Veränderung entsprechend einstellen.
 
Was verhindert eigentlich die Wärmeabstrahlung in den Weltraum? Die Wärmeabstrahlung der Erdoberfläche wird nur durch eine wellenlängenabhängige Absorption klimawirksamer Spurengase gemindert. Das hat mit den Luftbewegungen in einem Treibhaus überhaupt nichts zu tun. Der Begriff "Treibhauseffekt" ist somit sachlich unrichtig. Die Absorptionslinien des CO2 liegen bei den Wellenlängen 2,8 µm (hier wird die Solarstrahlung absorbiert) sowie bei 4,5 µm und 14,5 µm. Nur bei diesen letzten beiden Wellenlängen wird die irdische Abstrahlung absorbiert, nur dort und nur zu etwa 65%. Da die terrestrische Wärmeabstrahlung der Erdoberfläche jedoch nur die Bandbreite von etwa 3 bis über 40 µm umfasst, wird die Abstrahlung durch erhöhte CO2- Anteile, die sowieso nur 0,035 % der Atmosphäre ausmachen, kaum beeinflusst. Auch hier kann der Mensch nichts bewirken. Demnach unterliegen wir alle einer "CO2- Politkampagne". Die Annahme, der menschliche Beitrag wäre ausschlaggebend für eine dramatische Klimaänderung, entbehrt also nach diesen Argumenten jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. 
 
Damit kein Missverständnis entsteht. Ich rede nicht gegen unsere weltweite Verpflichtung, Energien einzusparen und unsere Umwelt schonender zu behandeln als wir es zurzeit noch tun. Wir müssen auch neue umweltschonende Energien entwickeln, deren Erzeugung unsere Umwelt weniger belasten als die Herstellung von Energiesparlampen und Photozellen. Ich denke dabei z.B. an die Wasserstoff- Brennelemente und die Kernfusionsenergie. "Erneuerbare" Energien gibt es nämlich nicht. Nach dem Energiegesetz gehen Energien nicht verloren, sondern wandeln sich nur um und können somit auch nicht erneuert werden. Der Wind, der ein Windkraftwerk antreibt, kann nicht "erneuert" werden. Es kommt nur darauf an, dass er weht. Dies bewirkt die ständig zur Verfügung stehende Sonnenernegie. Die Sonne allein hält unsere "Wettermaschine" in Schwung. Würden wir aber jetzt unsere weltweite politisch geprägte CO2- Legende als Flop erklären, wäre dies gar nicht gut für unser in Gang gesetztes Energiebewusstsein. Wir hätten eine neue globale Krise und am Pranger stünden all unsere durch Fördergelder unterstützten Klimaforscher. Wollen wir das? Auch Irrtümer können bisweilen Gutes bewirken. Wir sollten jedoch nicht in Panik geraten! Alle Angstkampagnen sind schlechte Ratgeber.
 
 
Das Klimasystem
 
 
Das Klimasystem ist komplexer Natur. Es setzt sich aus den Subsystemen Atmosphäre, Ozean, Biosphäre und Kryosphäre (Eis und Schnee) zusammen, die - angetrieben durch die Energie der Sonne - auf höchst komplexe Weise miteinander reagieren. Die Komponenten des Klimasystems variieren in typischer Weise auf unterschiedlichen Zeitskalen, die von Stunden (Wettererscheinungen) über Monate (Oberflächenströmungen der Ozeane) bis zu Jahrtausenden (Land-Eismassen) reichen, und reagieren in komplizierten Rückkopplungsprozessen miteinander.
Klimamodelle
 
Die Grundlagenforschung untersucht die Variabilität des Klimas sowie das Zusammenspiel der Klimasubsysteme mittels numerischer Modelle.
 
In einem Klimamodell werden physikalische Gleichungen gelöst, die die Bewegung eines Gases (Luft) oder einer Flüssigkeit (z.B. Wasser im Ozean) auf der rotierenden Erde beschreiben. Dieses Gleichungssystem kann nicht für jedes Luft- und Wasserteilchen an jedem Punkt des Globusses gelöst werden, vielmehr wird die Erde mit einem dreidimensionalen Gitternetz überzogen, an dessen Gitterpunkten die Berechnungen durchgeführt werden.
 
Aufgabe der Klimaforschung ist es, zu untersuchen, wie sensibel das Klimasystem auf natürliche und menschliche Einflüsse reagiert und welche regionalen und globalen Klimaänderungen in Zukunft zu erwarten sind. Dabei erstrecken sich die Untersuchungen z.B. vom Studium des globalen Treibhauseffektes über regionale Schadstoffausbreitung sowie auf den Einfluss der Abholzung tropischer Regenwälder oder der Wälder im Mittelmeerraum. Diese räumliche Abstufung der Modelle wird heute durch eine hierarchische Kopplung der Simulationen genutzt und erlaubt damit detaillierte Klimastudien für jede Region der Erde.
 
Treibhauseffekt
 
Der viel diskutierte vom Menschen verursachte (anthropogene) Treibhauseffekt ist lediglich eine Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes. Ohne die natürliche Treibhauswirkung der Atmosphäre würde die globale Mitteltemperatur der Erde gegenwärtig nicht bei +15 Grad C, sondern bei -18 Grad C liegen. Sie entsteht durch die atmosphärischen Spurengase Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan, Distickstoffoxid u.a., die wie eine Wärmefalle wirken. Die durchschnittliche globale Sonneneinstrahlung von 342 W/qm dringt zu einem großen Teil ungehindert bis zum Erdboden durch und erwärmt ihn. Die vom Erdboden emittierte Wärmestrahlung wird aber von den Treibhausgasen absorbiert und zurückgestrahlt, wodurch sich die Atmosphäre erwärmt. Der anthropogenen Treibhauseffekt wird dadurch verursacht, dass der Mensch die Konzentration der natürlichen Treibhausgase erhöht bzw. neue Treibhausgase (FCKW) hinzufügt.
 
Aktuelle Forschung:
 
Abholzung der Wälder im Mittelmeerraum
 
Ein Beispiel aktueller Forschung des Max-Planck-Instituts wird hier im Zusammenhang mit der Abholzung der Wälder im Mittelmeerraum gezeigt, um ein Verständnis für die Komplexität und Sensibilität des Klimasystems zu vermitteln.
 
Die Regenwälder dieser Erde werden häufig als "grüne Lunge der Atmosphäre" bezeichnet und sind eine wesentliche Komponente des Klimasystems. Der Mensch greift durch Abholzung und Brandrodung massiv in diesen Bereich ein und setzt dabei Gigatonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) frei (1,6 Gt/J).
 
Aber auch die Abholzung der Wälder im Mittelmeerraum beeinflusst unser Klima spürbar in regionaler Hinsicht. Abholzung im Mittelmeerraum wird seit mehr als 2000 Jahren betrieben. Das Ergebnis ist, dass zusätzlich zur Bodenerosion der regionale Wasserkreislauf durch die veränderte Bodenbeschaffenheit beeinflusst wird. Mit Hilfe eines Modells wurden die Auswirkungen auf das Klima untersucht. Dazu wurden 2 Modellrechnungen durchgeführt. Im ersten Experiment wurde radikal die gesamte Vegetation im Mittelmeerraum entfernt, das zweite Experiment arbeitet mit dem Bestand der Vegetation zu Zeiten der Römer vor 2000 Jahren.
 
Das verwendete Modell rechnet mit klimatologischen Meeresoberflächentemperaturen (SST) der Jahre 1979-88. Beschrieben wird hier nur das Abholzungsszenario. Nach der radikalen Abholzung nimmt der Niederschlag im untersuchten Gebiet ab, da die Verdunstung durch die Pflanzen reduziert ist. Diese Abnahme der Verdunstung bedeutet, dass mehr Energie zur Erwärmung der Erdoberfläche vorhanden ist. Da gleichzeitig die Reflexion der Erdoberfläche steigt, wenn dunkler Wald durch kahlen Boden ersetzt wird, ist die solare Nettostrahlung am Boden trotzdem geringer.
 
Der zweite Effekt übersteigt den ersten, so dass es zur Abnahme der Bodentemperatur kommt. In feuchten Gebieten wie dem Amazonasgebiet ist bei Abholzung die Abnahme der Verdunstung dominant. Die größte Abnahme von 0.8K der 2m-Temperatur durch die Abholzung wurde im Nahen Osten gefunden. Die kältere und trockenere Oberfläche unterdrückt die Konvektion, was sich ebenfalls in der Abnahme des Niederschlags äußert.
 
Ein anderer Aspekt ist die leichte Verschiebung des Bodendruckfeldes nach Süden hin und ein geringerer horizontaler Druckgradient nach der Abholzung. Die Abnahme der Windgeschwindigkeit bei geringerem horizontalen Druckgradienten wird z.T. durch den geringeren Bodenwiderstand in der abgeholzten Region kompensiert. Daraus folgt eine Zunahme der Westströmung über dem Nordwesten des Mittelmeerraumes (Mistral) sowie des Nordwindes über dem Osten des Gebietes (Etesien) und eine Abnahme der Südwinde über der Iberischen Halbinsel und des Atlasgebirges.
 
 
 
 
Streit um Klimawandel
 
Die derzeitige Streitdiskussion um den Klimawandel wird in zwei unterschiedlichen Lagern ausgetragen. Da ist einmal die Gruppe um den Ozeanografen Mojib Lativ am Hamburger Max-Planck-Institut. Diese warnt vor einer menschengemachten Erwärmung der Erdatmosphäre und beruft sich in ihren Erkenntnissen auf Computermodelle, mit denen sie das Klima der Zukunft simuliert. Erfolge verzeichnete diese Gruppe z.B. mit der Vorhersage des regelmäßig wiederkehrenden Klimaphänomens "El Nino".
 
Die andere Gruppe wird vertreten durch den Glaziologen (Gletscherforscher) Heinz Miller, stellv. Direktor des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Dieser Wissenschaftler befasst sich nicht mit Klima-Computermodellen, sondern erforscht die Geschichte des Klimas, vornehmlich durch Untersuchungen an Eisbohrkernen aus Grönland. Er konnte nachweisen, dass das Klima in der Vergangenheit stets recht starken Schwankungen unterworfen war - also auch ohne menschlichen Einfluss sich veränderte. Weil wir viel zu wenig über das Klima an sich wissen, bezweifelt Miller, dass die Vorhersagen der Klimamodelle wirklich zuverlässig sind - wie dies Latif immer wieder behauptet.
 
Die Temperaturkurve unseres Klimas geht in den letzten 50 - 60 Jahren steil nach oben. Das bestreitet niemand. Jedoch hatten wir das schon einmal vor über 2000 Jahren mit einem Höhepunkt um Christi Geburt. Danach sank die weltweite Temperatur wieder ab und blieb auf einem Minimum von ca. 14,8°C  vom Ende des 5. Jahrhunderts bis etwa 1000 nach Christus konstant.
 
Im 11. Jahrhundert gab es eine sprunghafte Erwärmung um über ein halbes Grad, die bis etwa 1200 andauerte und als "Europäische Warmzeit" benannt wird. In dieser Periode machten die Vikinger ihre Eroberungszüge und eroberten Grönland - damals eine grüne Insel. Zwischen 1200 und etwa 1350 fiel die weltweite Temperaturkurve wieder beachtlich ab. Vom 15. bis ins 17. Jahrhundert sank die Durchschnittstemperatur mit einigen Schwankungen und erreichte im 17. Jahrhundert sogar ein Minimum von etwas unter 14°C (zurzeit liegt sie bei ca. 15,75°C). Jene Jahrhunderte werden als "kleine Eiszeit" in Mitteleuropa bezeichnet. Manche Märchen, in denen von kalten Wintern die Rede ist, stammen noch aus jener Zeit, ebenso das Gemälde "Winterlandschaft" von Brueghel d.J..
 
 
Alle Temperaturwerte vor 1850 mussten mit Hilfe aufwändiger Eisbohrkernuntersuchungen rekonstruiert werden. Erst ab 1850 verfügen wir nämlich über gemessene Daten. In den letzten beiden Jahrhunderten kam es dann wieder zu einer erneuten Klimaerwärmung, vornehmlich ab etwa 1870. Mit Ausnahme der Jahre in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts stiegen die Temperaturwerte bis heute dramatisch weiter an.
 
Ein Klimawandel ist also durchaus etwas Natürliches und lässt sich auch gar nicht vermeiden. Das Wort "Klimaschutz" passt somit schlecht ins Vokabular der aktuellen Witterungsdebatte. Dem Menschen wird es nie gelingen, ein bestimmtes Klimageschehen konstant zu halten. Er wird sich ihm weiterhin anpassen müssen, doch leider gibt es heute für eine "Völkerwanderung" als Flucht vor Klimaänderungen keinen Raum mehr. Der Mensch sollte dennoch nicht eigenmächtig "an der globalen Wettermaschine herumfummeln", wie Latif sich ausdrückte. Denn durch den Einfluss des Menschen in unserer Zeit könnte eine globale Erwärmung noch nie da gewesene Ausmaße erreichen, wenn man die durch den Menschen verursachten Treibhausgase hinzu addiert.
 
Die Flutkatastrophen in Deutschland hatten mit dem Treibhauseffekt nichts zu tun. Sie waren einfach darauf zurück zu führen, dass die Tiefdruckgebiete in jenen Sommern eine Zugbahn ins Mittelmeer eingeschlagen hatten (Zugstraße Vb).  Solche Wetterlagen hat es immer schon gegeben. Früher konnten derartige Regenmengen jedoch wesentlich besser verkraftet werden, als die Flüsse noch nicht so kanalisiert waren und als es noch große Auen gab, die das Wasser aufnahmen.
 
Beispiel "Vater" Rhein: Vergleichen Sie einmal eine Rheinkarte vom Beginn des 19. Jahrhunderts mit einer von heute. Nach der Begradigung des Oberrheins zum Beispiel ab 1817 waren bereits gegen Ende desselben Jahrhunderts in einem Zeitraum von nur 50 - 60 Jahren die Auen weitgehend verschwunden. Damit gingen ca. 80% der Hochwasserrückhaltegebiete allein im Oberrheingraben verloren. Das Abholzen von Wäldern und das Versiegeln von Flächen im großräumigeren Wassereinzugsgebiet der Flüsse als Folge der Ansiedlung von Mensch und Industrie taten ihr Übriges dazu. Insofern muss man wohl Herrn Miller Recht geben: "Insofern ist die Überschwemmungskatastrophe natürlich doch Menschenwerk."
 
Bezüglich der vom Menschen vielleicht doch inzwischen schon (mit) verursachten  Klimaveränderung sollte man aber auch Herrn Latifs Worte nicht überhören: "Die Tests (Überprüfung der Klimamodelle) verliefen überwiegend positiv. Warum sollten unsere Modelle ausgerechnet für die nahe Zukunft ein völlig falsches Bild liefern?"
 
Zum Schluss noch ein Aspekt, der jahrelang in der Klimadiskussion unerwähnt blieb und der eine zusätzliche Erklärung für eine Klimaerwärmung liefern könnte. Es handelt sich um die Schwankungen der Sonnenaktivität (Korpuskularstrahlung, "Sonnenwind").
 
Ein amerikanischer Wissenschaftler (dessen Name mir entfallen ist und der in der letzten aktuellen "Globus-Extra-Sendung" bei Ranga Yogeshwar im Westdeutschen Fernsehen zu Wort kam),  legt schon seit einigen Jahren Forschungsergebnisse vor, wonach die Sonnenaktivität und die Aufheizung unserer Atmosphäre in direktem Zusammenhang stehen. Einfach gesagt: Je stärker der "Sonnenwind", desto weniger weltweite Wolkenentstehung und somit desto größer die Erwärmung. Die Temperaturkurven der Atmosphäre und die der Sonnenaktivität verlaufen demnach fast parallel zueinander. Haben wir vielleicht schon bald den eigentlichen Grund für die derzeitige Klimaerwärmung entdeckt, unsere Sonne selbst nämlich? Dazu passt auch die schon seit über 100 Jahren beobachtete Abschwächung unseres Erdmagnetfeldes, welches uns vor der Sonnen-Korpuskularstrahlung schützt und diese hauptsächlich in Richtung der magnetischen Erdpole ablenkt. 
 
 
Wetterbeeinflussungen
 
Wird der Mensch das Wettergeschehen jemals maßgeblich beeinflussen können? Tut er es nicht schon heute z.B. durch die Anreicherung der Troposphäre mit Kohlendioxid, wodurch ja bekanntlich der "Treibhauseffekt" verstärkt wird. Auch mit der Erzeugung des Smog greift der Mensch zu seinem eigenen Nachteil in die Struktur der Luftmassen und damit in die Wettergestaltung ein. Das menschliche Erzeugnis in Form von Ruß und Schwaden giftiger Gase hat die Tendenz, Inversionen zu verstärken, wodurch die natürlichen Kräfte der Atmosphäre, sich selbst zu reinigen, gehindert werden.
 
Wenn man diese Eingriffe des Menschen an der Gewalt der Naturkräfte misst, sind sie wohl als gering zu veranschlagen. Wir wissen aber auch, dass unser globales Klima bereits auf geringfügige Temperaturerhöhungen der Lufthülle sehr empfindlich reagieren kann. Ein Beleg dafür sind bekanntlich die Eiszeiten.
 
Ein weiteres Beispiel: Durch manipulierte Viehzucht über weite Strecken werden fruchtbare Grasflächen abgeweidet und in Steppen verwandelt. Das geschieht nicht nur über wenige Quadratkilometer, sondern über riesige Strecken in ganzen Kontinenten, die dann durch Versandung und Versteppung die Strahlungseigenschaften des Erdbodens umgewandelt haben. Dadurch sind deutliche Verschlechterungen des Klimas eingetreten. Auch der Überanbau einer Nutzpflanze allein - wie etwa Weizen - laugt den Boden auf lange Sicht aus. Er versandet und es kann zu zerstörerischen Staubstürmen kommen. Kohlendioxid und Wasserdampf spielen im Wärmehaushalt unserer Atmosphäre und damit als Wetter- und Klimafaktoren eine sehr bedeutsame Rolle. Beide Gase sind nämlich für sichtbares Licht völlig durchlässig, so dass sie den Hauptteil der Sonnenstrahlung bis zum Erdboden hinunter durchlassen. Am Boden verwandelt sich die Energie der Sonnenstrahlung in Wärme, die dann als langwellige Wärmestrahlung ausgestrahlt wird. Dafür sind jedoch Kohlendioxid und Wasserdampf nun nicht mehr "durchsichtig". Sie sind in der Lage, diese Strahlen zurück zu halten und zur Erde zurück zu werfen. Umgekehrt ist es aber so, dass sie selbst im Wärmebereich besonders gut strahlen. An ihrer Obergrenze geben sie also Wärme an den Weltraum ab und kühlen sich dadurch selbst ab. Die Treibhausgase in der Luft wirken also sehr effektvoll mit, dass die unteren Schichten wärmer und die oberen Schichten der Atmosphäre kälter werden.
 
 
Es ist erwiesen, dass die mittlere Temperatur an völlig verschiedenen Orten auf der Erde im Laufe der letzten Jahrzehnte ständig angestiegen ist. Es ist allgemein bekannt, dass auch die Gletscher in den vergangenen 70 Jahren ganz erheblich zusammen geschmolzen sind. Diese schleichende Klimaänderung - und es gibt inzwischen noch weitaus mehr Phänomene als Hinweis - ist vermutlich die Folge unseres eigenen Tuns.
 
Aber zurück zu den mehr kleinräumigen Beeinflussungen des Wetters durch den Menschen. Mit Feuchtigkeit gesättigte und recht saubere Luftmassen sind bereit, sofort zu kondensieren, wenn ihnen Gelegenheit dazu gegeben wird. Bei bestimmten Wetterlagen bewirken das z.B. die Düsenflugzeuge, deutlich erkennbar an ihren Kondensationsstreifen. Der Strahl eines Düsentriebwerkes enthält zwar selbst viel Wasserdampf, aber die Verbrennungsprodukte bestehen zum Teil aus winzigen Rauchteilchen, die als sog. "Kondensationskerne" dienen. In völlig reiner Luft ohne Kristalle, Aerosole und Staubteilchen könnten sich gar keine Wolken bilden, auch wenn die Luft noch so feucht wäre.
 
Der Kondensstreifen eines Jets kann sich bei bestimmten Wetterlagen bisweilen massiv verbreiten und zu einem ziemlich dichten Wolkenband auswachsen. Die Luft liefert dann nach dem Anstoß durch den Düsenstrahl weiteres Kondensationsmaterial nach. Stundenlang können solche künstlich erzeugten Wolken am Himmel verweilen und die Sonneneinstrahlung abschwächen. Die schon vor einigen Jahrzehnten geäußerte Befürchtung, dass wir bei immer weiter zunehmendem Luftverkehr bei einer Schönwetterlage keinen blauen Himmel mehr genießen könnten, weil die Abgase der Jets über uns eine milchige Wolkendecke erzeugen würden, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Dennoch haben wir einen weiteren Hinweis auf eine mögliche Beeinflussung des Wetters durch den Menschen erhalten.
 
 
Meine Frage zu Anfang, ob der Mensch jemals in der Lage sein wird, das Wetter maßgeblich zu beeinflussen, zielt eigentlich auf etwas anderes, und zwar darauf, ob der Mensch es vielleicht eines Tages schaffen könnte, nutzbringend für die Menschheit in Wetterprozesse einzugreifen oder gewollte Wettervorgänge einzuleiten. Dazu würde z.B. das künstliche Erzeugen von Regen, das sog. "Impfen" von Wolken mit Silberjodid gehören, von dem Trockengebiete der Erde profitieren würden. Denn ein recht großer Teil unserer Bewölkung zieht über den Himmel, ohne dass daraus ein Tropfen Regen fällt.
 
Neben jener mehr regionalen Möglichkeit der Wetterbeeinflussung gibt es aber inzwischen auch neue Überlegungen, deren Verwirklichungen großräumigere Auswirkungen hätten. Freilich ist da alles noch Zukunftsmusik. 
 
Zunächst einmal zurück zum Thema der "Wolkenimpfung". Was hat es damit auf sich? Die Wasserdampfmoleküle brauchen für den Übergang von der gasförmigen in die flüssige oder feste Phase einen Anstoß in Form eines winzigen festen, in der Luft schwebenden Staubteilchens. Solche Teilchen sind in der natürlichen Atmosphäre fast immer ausreichend vorhanden in Gestalt von winzigen Staubteilchen und Salzkristallen. An diesen bleiben die Dampfmoleküle haften und so kann ein Tröpfchen oder ein Schneekristall entstehen und anschließend wachsen. Diese kleinen Teilchen nennt man "Kondensationskerne".
 
Bei völlig reiner Luft in großen Höhen sind oft nicht genügend Kondensationskerne da, so dass die Luft gelegentlich mit Feuchtigkeit übersättigt ist. Der Dampf kann aber nicht ausfallen, da es an Kondensationskernen mangelt. Nach dem Krieg hat der Meteorologe Vincent Schäfer die Aufsehen erregende Entdeckung gemacht, dass fein pulverisiertes Trockeneis - in feuchter Luft ausgestreut - sehr schnell Milliarden von Schneeflocken erzeugt und den Kondensationsprozess beschleunigt. Später wurde entdeckt, dass die feinen Kristalle einer chemischen Verbindung von Jod und Silber  - das Silberjodid (AgJ) - als Kondensationskerne noch günstigere Eigenschaften haben. Es hat sich gezeigt, dass fein verteilte Silberjodid-Kristalle die Kondensation so sehr begünstigen, dass man dadurch Wolken, die noch nicht regenbereit sind, veranlassen konnte, Regen zu erzeugen. Diese Fähigkeit des Silberjodids liegt darin, dass es in seiner Kristallstruktur einem Eiskristall ähnelt, so dass sich die Wassermoleküle recht gut an das Silberjodid anfügen und so einen Schneekristall schnell wachsen lassen. In vielen Teilen der Welt hat man Wolken mit Silberjodid geimpft, indem man es mit Flugzeugen ausstreute oder am Boden in den Auftrieb der Luft unter einer Wolke hinein schoss. Dieses Verfahren hat sich jedoch bis heute kaum durchgesetzt, wahrscheinlich wegen des zu geringen Wirkungsgrades und der nicht unerheblichen Kosten.
 
Neben der zunehmenden Trockenheit in einigen Landstrichen der Erde könnte es als Hauptproblem in Zukunft die globale Erwärmung der Atmosphäre geben. Beide Dinge hängen wohl auch zusammen. Der Mensch könnte jenen Temperaturanstieg evtl. auch dadurch aufhalten oder rückgängig machen, dass er in die in 80 Kilometer Höhe anzutreffende atmosphärische Sperrschicht mittels Raketen fein verteilten Staub oder Wasserdampf absetzt. Das Material würde sich dann in fein verteilter Form in dieser Schicht von selbst ausbreiten, die Sonnenstrahlung teilweise absorbieren oder in den Weltraum zurück werfen. Da die Luftdichte dort oben sehr gering ist, kann man schon mit relativ wenig Material, d.h. einigen Tonnen, Flächen von vielen tausend Quadratkilometern überdecken.
 
Die Natur hat in ihrer Geschichte solche "Experimente" immer wieder selbst angestellt, und zwar durch gewaltige Vulkanausbrüche. Wenn man z.B. an den Ausbruch des Vulkans Krakatau in der Sundastraße im Jahre 1883 denkt! Damals wurden fein verteilte Staubmassen durch den Explosionsdruck bis in jene 80 km - Schicht hinauf geschossen, wo sie noch Monate lang schwebten. Sie erzeugten in der ganzen Welt spektakuläre Sonnenuntergänge und haben sicher auch Wetter und Klima beeinflusst. Leider gibt es weltweit keine Wetteraufzeichnungen darüber.
 
Die Beeinflussung der Sonneneinstrahlung reicht aber nicht aus, um das Weltklima zu verändern. Der Mensch müsste es zudem fertig bringen, in den Haushalt der Kondensationswärme unserer Troposphäre einzudringen und diesen sinnvoll zu steuern.
 
Vielleicht wird die Kontrolle des Wetters und des Klimas einmal eine nötige Herausforderung in unserer wissenschaftlichen Zukunft. Das globale Wetterproblem gehen wir ja heute schon seit vielen Jahren mit globalen Werkzeugen an, den Wettersatelliten. So kann mal wohl sicher sagen, dass eine sinnvolle Beeinflussung der Atmosphäre nur gelingen kann (wenn jemals überhaupt), wenn sie vom Weltall aus gesteuert und überwacht wird. Jene sehr vagen Visionen, dass der Mensch dies einmal schaffen könnte, entbinden uns natürlich in keiner Weise davon, gerade heute - aber auch künftig - mit unserer Lufthülle verantwortungsvoll und weitsichtig umzugehen, damit die Probleme nicht so rasch wachsen, dass wir sie wohl nie mehr in den Griff bekommen könnten, trotz aller künftig noch zu erwartenden wissenschaftlichen Fortschritte und technischen Innovationen.
 
 
 
Letzte Aktualisierung: 29.09.2016